Im kommenden Jahr werden 1000 weitere erwartet

Bis 2016 doppelt so viele Flüchtlinge im Schwalm-Eder-Kreis erwartet

Schwalm-Eder. Ende des kommenden Jahres wird sich die Zahl der Flüchtlinge, die im Schwalm-Eder-Kreis untergebracht werden, verdoppelt haben. Das sagte Vizelandrat Winfried Becker in einem Gespräch mit HNA.

Wahrscheinlich werden dann 2000 Menschen aus den Krisengebieten im Landkreis leben. Zurzeit sind es 910 Flüchtlinge.

Um mit diesem Zustrom zurechtzukommen, hat der Landkreis zusammen mit der Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werkes ein Konzept erarbeitet, das eine Kultur des Willkommens ermöglichen soll. Schulen, Vereine, Kirchen und Privatpersonen sollen animiert werden, Initiativen zu entwickeln und sich um die Menschen aus den Krisengebieten zu kümmern.

Zuweisungen steigen 

Zurzeit kämen 15 Flüchtlinge pro Woche in den Schwalm-Eder-Kreis, sagte Lars Werner vom Kreis-Sozialamt. Die Zuweisungen an den Kreis würden im kommenden Jahr um 20 Prozent steigen. Er erwartet daher für 2015 etwa 1000 Flüchtlinge mehr. Wahrscheinlich müsse man sich dann auch über neue Gemeinschaftsunterkünfte für die erste Zeit der Unterbringung Gedanken machen, sagte Becker. Zurzeit sind 397 Menschen in solchen Heimen untergebracht.

Das könne aber nicht ausreichen. Eine Kultur des Willkommens soll nicht nur den Menschen helfen, sondern auch die Problematik der Ausgrenzung reduzieren, sagte Stephan Bürger, Koordinator des Projektes Gewalt geht nicht. Das sei die beste Prävention gegen Rassismus.

Die meisten Flüchtlinge, die im Schwalm-Eder-Kreis ankommen, stammen aus Somalia, Eritrea, Syrien, Algerien, Serbien, dem Kosovo, gefolgt von Bosnien, Mazedonien und Äthiopien. Der Flüchtlingsstrom werde nicht abreißen, sagte Silvia Scheffer vom Diakonischen Werk. Er werde in den nächsten Monaten eher größer werden.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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