25-Jähriger misshandelte seine Freundin - Gericht verhängt Bewährungsstrafe

Melsungen. Ein 25-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis soll seine ehemalige Freundin mehrfach misshandelt haben. Deshalb verurteilte ihn das Amtsgericht Melsungen jetzt wegen Körperverletzung in drei Fällen zu einer 16-monatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Außerdem muss der Mann seiner ehemaligen Freundin ein Schmerzensgeld in Höhe von 2500 Euro zahlen. In das Urteil ging eine Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung in einem anderen Fall ein.

Zu der neuen Bewährungsstrafe - auf vier Jahre angelegt - kam das Gericht aufgrund des Verhaltens des 25-Jährigen in der Verhandlung: Nachdem er zunächst die ihm vorgehaltenen Übergriffe auf seine ehemalige Freundin als Reflex auf ihm zugefügtes Unrecht schilderte - „ich habe mich gewehrt“ -, sagte er nach den Schilderungen seiner ehemaligen Freundin: „Ich war handgreiflich.“ Außerdem räumte der 25-Jährige ein, die Dinge hätten sich im wesentlichen so ereignet, wie seine ehemalige Freundin sie zuvor geschildert habe und äußerte den Willen, ihr die Hand zur Entschuldigung geben zu wollen.

Unter Tränen und auf Polnisch sagte die 20-jährige ehemalige Freundin des Angeklagten auf Fragen des Vorsitzenden Richters insbesondere zu drei Ereignissen aus, die sich zeitlich aufgrund sich widersprechender Aussagen in den Akten und vor Gericht nicht eindeutig fixieren ließen. Dabei soll der 25-Jährige nach den Worten der Gerichtsdolmetscherin im Mai und Juni vergangenen Jahres die 20-Jährige unter anderem geschlagen, an den Haaren gezogen, gewürgt und ihr mehrfach gedroht haben. Auch habe ihr ehemaliger Freund sie gewürgt, bis ihr schlecht geworden sei.

Das Juni-Ereignis beurteilte die Staatsanwaltschaft als das schwerwiegenste. Da habe sich die 20-Jährige schlafen legen wollen, der Angeklagte habe dann - möglicherweise aus Gefühlen der Eifersucht heraus - seine damalige Freundin ins Gesicht geschlagen, einen Zugang zum sozialen Netzwerk der jungen Frau verlangt und sie an den Haaren gezogen. Der Arzt der 20-Jährigen bezeugte vor Gericht, seine Patientin habe seinerzeit Verletzungen im Gesicht und am Arm gehabt. Er habe die Frau krank geschrieben.

Fünf Zeugen sollten während der etwa dreieinhalbstündigen Verhandlung gehört werden. Nachdem der 25-Jährige indes die Vorwürfe weitgehend eingeräumt hatte und es an den Schilderungen der 20-Jährigen keine Zweifel gab, verzichtete das Gericht auf weitere Zeugen. Die Angst der 20-Jährigen sei für jeden noch greifbar gewesen, erklärte der Vorsitzende Richter zu den Aussagen der jungen Frau.

Der Pflichtverteidiger des 25-Jährigen sprach von einem Beziehungsgeschehen mit Aufs und Abs. Auch habe es Sprachprobleme gegeben. Die 20-Jährige habe Polnisch und Englisch und der 25-Jährige Deutsch, Türkisch und Englisch gesprochen.

Die Nebenklage erklärte, die junge Frau leide noch heute unter den Ereignissen. Der 25-Jährige habe ihr die „Kehle zugedrückt bis zur Bewusstlosigkeit“ - die Nebenklage hielt 3000 Euro Schmerzensgeld auf jeden Fall für angemessen. (lgr)

Quelle: HNA

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