Dreijähriger war auf Gleisen unterwegs: Güterzug machte Notbremsung

Schwalm-Eder. Ein Dreijähriger Junge hat einen lebensgefährlichen Spaziergang an den Gleisen des Melsunger Bahnhofs gemacht. Am Mittwochnachmittag zwang er dadurch einen Güterzug zu einer Vollbremsung. Der Zugverkehr geriet ins Stocken.

Nach Angaben der Bundespolizei bemerkte der Lokführer eines Güterzuges den Jungen gegen 16.05 Uhr. Das Kind lief auf einem Kabelschacht direkt an den Gleisen entlang. Der Lokführer bremste den aus Kassel kommenden und etwa 80 Stundenkilometer schnellen Zug ab und machte sich sofort auf die Suche nach dem Jungen.

Zuletzt aktualisiert um 17.40 Uhr.

Auf die hatte sich zeitgleich auch der Vater begeben. Das Kind soll den in der Nähe des Bahnhofs wohnenden Eltern in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit aus dem Garten entwischt sein, berichtet Benny Roob, Sprecher der Bundespolizei. Die gemeinsame Suche an der Bahnstrecke und die Nachfrage bei Anwohnern an der Bahnstrecke verlief jedoch erfolglos. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Dreijährige seine Entdeckungstour schon wieder beendet und war wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. „Davon erfuhren der Vater und der Lokführer durch einen Anruf der glücklichen Mutter“, sagt Roob. Die Leitstelle in Frankfurt hatte nach dem Notruf des Lokführers alle Züge in der Nähe des Melsunger Bahnhofs zum Halten gezwungen. Für mehr als eine Stunde lang der Zugverkehr in diesem Bereich lahm, und der Bahnverkehr auf der Strecke Kassel-Bebra verspätete sich.

„Das Kind hat sich in Lebensgefahr gebracht. Züge sind sehr leise und entwickeln wegen ihrer Geschwindigkeit eine hohe Sogwirkung in Gleisnähe“, sagt Roob. Die hunderte Tonnen schweren und mehr als 600 Meter langen Züge habe einen Bremsweg von einem Kilometer und mehr. Den Eltern droht eine zivilrechtliche Klage der Bahn AG. Ob der Vorfall strafrechtlich verfolgt werde, sei noch nicht entschieden, sagt Roob. (ddd)

Quelle: HNA

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