Volltrunken und gewalttätig

30-Jähriger attackierte Opfer im Alkoholrausch

Fritzlar. Zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung wurde ein 30-Jähriger aus Wabern wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Der Mann musste sich vor dem Fritzlarer Amtsgericht verantworten wegen zwei Fällen, bei denen er im Alkoholrausch Trinkkumpane plötzlich angegriffen und verletzt hatte. Ihm wurde vorgeworfen, im August vergangenen Jahres in Wabern im Park hinter der Gemeindeverwaltung nach einer Party einen damals 22 Jahre alten Mann grundlos von hinten gegen den Kopf geschlagen zu haben, wodurch dieser zu Boden fiel. Dort soll er weiter auf ihn eingeschlagen und getreten haben.

Der Mann erlitt dadurch unter anderem eine Schädelprellung. Außerdem soll er im Februar dieses Jahres in seiner Wohnung einen 27 Jahre alten Mann aus Wabern grundlos mit einem Taschenmesser angegriffen und Schnittverletzungen im Gesicht zugefügt haben.

Neben dem Opfer saß ein 24-Jähriger aus Wabern auf dem Sofa, der bei der Zeugenvernehmung angab, so mit seinem Handy beschäftigt gewesen zu sein, dass er von der Gewalttat nichts bemerkt haben will. Gegen ihn liegt ein Strafbefehl wegen unterlassener Hilfeleistung vor.

Die Gewalttaten konnte das Gericht nur aus den Aussagen der Opfer und Zeugen rekonstruieren, denn der Angeklagte sagte, er könne sich aufgrund seines Alkoholrausches in beiden Fällen nicht mehr an die Taten erinnern.

Auf Nachfrage berichtete er, bei der ersten Tat hätten er und seine Bekannten schon mittags mit dem Trinken von Bacardi begonnen, weiter ging es mit Bier, im Wechsel mit Whisky und Likör bis in die späten Nachtstunden. Wenn er so viel trinke, könne es schon mal passieren, dass er aggressiv werde.

„Sie haben echt ein trauriges Leben“, meinte die Richterin im Hinblick auf den Blutalkoholgehalt von rund 3 Promille des Angeklagten bei beiden Taten. Der 30-Jährige, der weder Arbeit, noch einen Schulabschluss oder eine Ausbildung hat, trinkt seit seinem 13. Lebensjahr, wie er auf Nachfrage angab. Er verbüßte bereits mehrere Strafen wegen Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung, räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung, Unterschlagung und Nötigung.

Der Verurteilte erhielt außerdem strenge Bewährungsauflagen für vier Jahre, zu denen neben 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit auch die Suche nach einem Arbeitsplatz gehört.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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