Opfer und zwei Zeugen kamen nicht ins Gericht

Gerichtsverhandlung: 41-jähriger würgte seine Verlobte

Treysa. Weil er auf seine Verlobte losgegangen ist und sie gewürgt haben soll, musste sich ein 41-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Im Dezember 2010 war der Angeklagte mit seiner damaligen Verlobten in Streit geraten und hatte sie tätlich angegriffen.

Nach dem Arztbericht trug die Frau Verletzungen an der Lendenwirbelsäule, am linken Schulterblatt, am rechten Oberarm und im Gesicht sowie Würgemale am Hals davon.

„Am Hals habe ich sie nicht gepackt, geschubst habe ich sie wohl“, sagte der Angeklagte. Es sei zu einem Gerangel gekommen, wodurch es auch zu den genannten Verletzungen habe kommen können. Er sei angetrunken gewesen und habe unter dem Einfluss von Beruhigungsmitteln gestanden, gab der 41-Jährige an. Er leide unter Depressionen aufgrund derer er in Behandlung sei.

Die Geschädigte selbst hatte ein ärztliches Attest vorgelegt und erschien nicht vor Gericht. Zwei weitere Zeugen blieben der Verhandlung ebenfalls fern. Von den vier geladenen Zeugen erschien nur ein 14-jähriger Junge in Begleitung seines Vaters. Zu seiner Aussage kam es nicht.

Sowohl der Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch der Richter sahen es als notwendig an, die Geschädigte und alle weiteren Zeugen anzuhören. Der Richter vermutete, die Geschädigte sei der Verhandlung aus Angst vor dem Angeklagten ferngeblieben. „Ich hab sie ja schon mehrmals wieder getroffen“, sagte der 41-Jährige.

Der Angeklagte gab an, die Auseinandersetzung zwischen ihm und seiner ehemaligen Verlobten sei nicht ganz so verlaufen, wie in der Anklageschrift beschrieben. „Wenn ich mich schuldig bekennen würde, geht das nicht?“, fragte er. Zuvor hatte er bereits einmal angedeutet, dass er sich schuldig bekennen wolle, um die Geschädigte zu schonen. Dafür nehme er in Kauf, eingesperrt zu werden.

Der Angeklagte war bereits in der Vergangenheit handgreiflich geworden und musste sich daraufhin vor Gericht verantworten

Die Verhandlung endete nach einer knappen halben Stunde ohne Urteilsspruch. Von Amts wegen wird ein neuer Termin mit der Geschädigten und den drei weiteren Zeugen angesetzt.

Quelle: HNA

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