Familie hat vor drei Jahren 400 Meter von der geplanten Autobahn neu gebaut

A 49-Tunnel vor der Tür

Idylle von Tunnel (Pfeil zeigt geplanten Ausgang) bedroht: Christoph Ferreau mit Sohn Leon. Foto: Ludwig

Frankenhain. Verkehrsminister Dieter Posch hat Christoph Ferreau die Woche vermiest. Als der 34-jährige Frankenhainer hörte, dass der FDP-Politiker den Startschuss zum Weiterbau der A 49 gegeben hat, waren ihm seine schlimmsten Befürchtungen plötzlich wieder ganz nah. Der Familienvater hatte vor drei Jahren für 220 000 Euro neu gebaut – 400 Meter entfernt vom geplanten Frankenhainer Autobahntunnel.

Als der Techniker auf dem elterlichen Grundstück mit den Bauarbeiten begann, wusste er, was ihm in ein paar Jahren blühen könnte. Doch: „Erstens gab es keine Bauplätze in Frankenhain und zweitens habe ich die Gefahr weggeschoben: Trotz mehrfacher Ankündigung ist jahrzehntelang nicht gebaut worden.“

Autos rasen, wo Kühe grasen

Wo jetzt noch ein paar Kühe unterhalb des Gartens der Ferreaus grasen, soll nach dem Willen von Posch in sechs bis sieben Jahre das südliche Tunnelportal ragen. „Mit der Idylle ist dann Schluss: Lärmbelastung und Abgase wären enorm“, ist sich Ferreau sicher, dessen Terrasse zum geplanten Tunnelausgang liegt. „Der Wert meines Hauses würde klar verlieren.“

Wieviel Krach die geschätzten 30 000 Autos und Lastwagen machen, die eventuell bald täglich auf der A 49 fahren, hat die Bürgerinitiative Schwalm ohne Autobahn ermittelt. Sie rechnet in der näheren Umgebung der Strecke mit 60 bis 70 Dezibel.

Auch wenn dies keine Umgebung mehr sei, in der er seinen Sohn Leon (3) gerne großziehe, will der gebürtige Frankenhainer auf keinen Fall sein Haus räumen. Bei aller Betroffenheit, kann Ferreau auch die Anwohner der B3 verstehen, die durch den Weiterbau entlastest würden. „Ich habe selbst mal in Gilserberg gewohnt. Dort muss etwas passieren. Mit der A 49 verlagert sich das Problem aber nur.“

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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