Ziegenhainer Gefängnis

Mann wollte mit Gabelstapler aus Ziegenhainer Knast flüchten

+
Mann wollte mit Gabelstapler aus Ziegenhainer Knast flüchten

Ziegenhain. 1993 war es ein Panzer, nun ein Gabelstapler: In der JVA Schwalmstadt wurde am Mittwoch der Ausbruch eines Häftlings vereitelt, der schon einmal für spektakuläre Schlagzeilen gesorgt hatte.

Vor 19 Jahren hatte er in Ziegenhain mit einem Panzer ein Gefängnistor platt gewalzt und auf diesem Wege einen Mörder befreit. Nun sollte ihm selbst ein Gabelstapler den Weg in die Freiheit erleichtern. Das bestätigte das Justizministerium auf Anfrage der HNA.

Radio HNA: Das sagt das Justizministerium

Spektakulär: Am Mittwoch scheiterte die Flucht eines 51-Jährigen aus dem Ziegenhainer Gefängnis. 1993 hatte er dort einen Komplizen mit einem Panzer befreit (Foto)

1993 war der entflohene Mörder erst nach Monaten gefasst worden, diesmal wurde die Flucht seines damaligen Komplizen aber bereits innerhalb der Gefängnismauern gestoppt. Alarmiert zeigten sich JVA-Beamte, die den Mann dabei beobachteten, wie er sich an einem Gabelstapler zu schaffen machte – vermutlich um das Fahrzeug kurzzuschließen.

Die anschließende Durchsuchung offenbarte einen ausgeklügelten Fluchtplan. Demnach wollte der 51-Jährige, der im Werkstattbereich der Anstalt damit beschäftigt ist, Putzlappen zusammenzulegen, über ein Dach eines Gefängnisgebäudes fliehen. Neben einem Tor, an dem er bereits die Bolzen gelöst hatte, entdeckten die Beamten zwei Stapel Holzpaletten, über die der Häftling mit Hilfe des Gabelstaplers auf das Dach eines Werkstattsgebäudes gelangen wollte.

Das Abseilen vom Dach sollte ein aus Wäschesäcken zusammengeknüpftes Seil erleichtern, für das Überwinden des Zaunes hatte er sich Steigeisen angefertigt, vor dem Stacheldraht sollten Handschuhe schützen. Auch an die ersten Schritte in Freiheit hatte der Straftäter gedacht. Beamte stellten unter anderem einen Stadtplan und eine Lebensversicherungspolice sicher.

Der Mann wurde unter anderm wegen schweren Raubes, räuberischer Erpressung und sexueller Nötigung verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe steht ihm die Sicherungsverwahrung in Aussicht. Laut Ministerium wurde der Gefangene in eine andere Haftanstalt verlegt.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Kommentare