60-Jährige wurde Opfer von Asphaltierer-Kolonne und versteht Reaktion der Polizei nicht

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Nicht immer seriös: Betrügerische Asphaltierer-Kolonnen sind offenbar wieder im Schwalm-Eder-Kreis unterwegs. Unser Archiv-Foto zeigt allerdings ein seriöses Unternehmen.

Borken. Am Ende bleibt nicht nur der Schaden, sondern auch der Ärger darüber, dass man sich aufs Glatteis hat führen lassen - so erging es auch einer 60-Jährigen aus Borken, die am Mittwoch einer betrügerischen Asphaltierer-Kolonne auf den Leim gegangen ist.

Solche Fälle häufen sich offenbar wieder, denn von ähnlichen Vorkommnissen berichtete die Polizei auch aus Schwalmstadt und Gilserberg, wo jedoch am Montag und Dienstag kein Schaden entstand.

Anders in Borken, wo die 60-Jährige, die in der Innenstadt ein Geschäft betreibt, 2000 Euro für Arbeiten bezahlte, die alles andere als fachgerecht ausfielen. Noch dazu wurden die Frau und eine Nachbarin verbal übel von den vermeintlichen Handwerkern angegangen.

Nachdem der erste Schock vorüber war und sie realisierte, dass sie einer üblen Masche aufgesessen war, wollte die Borkenerin das am Donnerstag der Polizei mitteilen. Ein Beamter habe ihr aber mitgeteilt, dass es sich um einen bekannten Trick handele, dass das aber kein Fall für die Polizei sei.

Das sagt die Polizei

Für Pressesprecher Volker Schulz ist das schwer nachzuvollziehen, zum einen weil der Name des Beamten nicht bekannt ist, zum anderen, weil der Inhalt des Gespräch nicht nachvollziehbar sei. Vielleicht sei die Schilderung der Frau missverstanden worden. Nicht immer liege solchen Geschäften ein Straftatbestand zugrunde. Dennoch wäre es sinnvoll gewesen, den Vorfall aufzunehmen, um einen Warnhinweis veröffentlichen zu können. Und darum ging es der Borkenerin auch in erster Linie. „Dass ich mein Geld nicht wiedersehe, war mir klar“, sagt sie.

Der Tathergang

Einer der Männer hatte einen starken englischen Akzent. Er habe behauptet, dass er für eine Firma aus der Schweiz arbeite und auch einen Namen genannt. Diese Firma gibt es nicht, das hat die Borkenerin inzwischen recherchiert.

Die Täter gingen nach einer Masche vor, die offenbar immer wieder angewendet wird. Einer der Männer sei bei ihr vorstellig geworden und habe angeboten, den Hof des Grundstücks neu zu asphaltieren, da er wohl in keinem guten Zustand sei. In der Asphaltmaschine sei noch ein Rest, der aufgebraucht werden müsse. Pro Quadratmeter sollten die Arbeiten 20 Euro kosten. „Ich bin davon ausgegangen, dass ich darüber auch eine Rechnung bekomme“, sagt die 60-Jährige.

Dem war nicht so. Als die Männer fertig waren, forderten sie Bargeld - und zwar 4200 Euro. Die Asphaltierer behaupteten nämlich, den gesamten Hof erneuert zu haben. Tatsächlich hätten sie nur einige Löcher verfüllt.

Als die Frau darauf hinwies, dass sie so viel Geld nicht habe, seien die Männer ausfallend geworden. Die Borkenerin beugte sich schließlich dem Druck und holte von einem Geldautomaten 2000 Euro. Doch mit diesem Betrag gaben sich die Unbekannten nicht zufrieden. Erneut wurde die 60-Jährige verbal attackiert. Irgendwann habe sie bei einer Nachbarin geklingelt, um wenigsten eine Zeugin zu haben. Auch gegen diese Frau seien die Männer ausfallend geworden. Irgendwann ließen sie jedoch von ihren Opfern ab und fuhren davon.

Die Warnung

Die Polizei rät, sich nicht auf solche Geschäfte einzulassen und die vermeintlichen Handwerker wegzuschicken. Ein Hinweise, dass man andernfalls die Polizei rufen werde, sorge meist dafür dass die Kolonnen abziehen.

Quelle: HNA

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