Glücksspiel: In Wolfhagen deutlicher Anstieg - Suchtgefahr

945 000 Euro an Automaten verzockt

Wolfhagen. 18,5 Millionen Euro im Monat, also 222 Millionen Euro jährlich, landen in Hessen in Geldspielgeräten. Wolfhagen trägt zu dieser immensen Summe 945 000 Euro bei.

Das ist die aktuelle Zahl, die die Suchtberatung des Diakonischen Werkes Kassel nennt. Alle zwei Jahre erfolgt die Berechnung der so genannten Spieleraufwendungen, jener Summe, die Menschen an Automaten in Gaststätten oder Spielhallen verlieren.

In Wolfhagen - erfasst werden in dieser Statistik nur Städte ab 10 000 Einwohnern - sind die Spieleraufwendungen deutlich gestiegen, vor zwei Jahren lagen sie noch bei 831 000 Euro. Und das, so Andreas Fux, Fachberater Glücksspielsucht bei der Diakonie, obwohl die Zahl der Spielgeräte mit 49 unverändert geblieben ist.

Anders verhält es sich in Hofgeismar. Hier wurde 2008 noch mehr als eine Million Euro in die Automaten gesteckt, aktuell nur noch 591 000 Euro. Allerdings wird laut Fux aber auch nur noch an 30 Geräten (vorher 59) gedaddelt. Grund: Zwei Spielhallenkonzessionen sind weggefallen. In der Stadt Kassel werden jährlich 11,6 Millionen Euro an Automaten (725) verspielt.

Die Automaten zählen offiziell nicht zum Glücksspiel, sondern gelten als „Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit“. Doch die meisten Spielsüchtigen seien genau diesen Geräten verfallen, sagt Fux. Die Zahl der Spielsüchtigen sei schwer zu ermitteln, man habe hier wenig an der Hand. Die Suchtberatung des Diakonischen Werkes schätzt die Zahl der Spielsüchtigen - Spielsucht wurde erst 2001 als Krankheit anerkannt - in der Stadt Kassel auf etwa 1000. Etwa genauso hoch dürfte sie im Landkreis liegen. „Die Tendenz ist aber steigend und die Dunkelziffer extrem hoch“, so Fux.

Gestiegen ist auch die Zahl der Menschen mit Spielsucht-Problemen, die Beratungsstellen aufsuchen - bis 200 pro Jahr in Kassel, 70 bis 80 in Wolfhagen. ZUM TAGE

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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