A 49: Streit um abgeholzte Hecken trotz Brutzeit

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Kahlschlag an der Autobahn: Diese Bäume hätten nicht gefällt werden dürfen, die Arbeiten wurden gestoppt.

Fritzlar-Homberg. Große Aufregung gibt es derzeit um einen Arbeitseinsatz der Straßenmeisterei aus Gudensberg. Eine Firma hatte in deren Auftrag am Rande der Autobahn 49 auf mehreren Kilometern Hecken zwischen Borken und Gudensberg abgeholzt.

Das ist aber, sagt die Untere Naturschutzbehörde, in der Zeit bis zum 1. Oktober verboten. Denn in diesem Zeitraum würden in Hecken oft Vögel nisten, sagte Dr. Klaus Lambrecht, Chef der Behörde. Zudem habe ihm kein Antrag vorgelegen, um die Arbeiten zu genehmigen.

Erbost ist Hans-Jürgen Wissemann, staatlicher Vogelschutzbeauftragter in Borken, der den Fall an Lambrecht gemeldet hatte. Was Hessen Mobil (früher Amt für Straßen- und Verkehrswesen) da mache, sei illegal, schimpfte er.

Helmut Richter von der Straßenmeisterei in Gudensberg räumt einen Fehler ein. An den betroffenen Stellen sollen Wildschutzzäune errichtet beziehungsweise erneuert werden, insgesamt 40 Kilometer (beidseitig auf 20 Kilometern). Bereits im Winter seien die Vorarbeiten unternommen worden, erklärte Richter. Man habe nicht damit gerechnet, dass nun noch derart umfängliche Arbeiten zu leisten seien. „Da wurde offenbar zu viel eingegriffen“, sagte Richter. Er sagte zu, die Arbeiten würden jetzt gestoppt. Allerdings werde dort, wo bereits Gehölz beseitigt wurde, weiter an den Zäunen gearbeitet.

Richter wies darauf hin, dass die Wildzäune selbst ja auch ein Beitrag zum Naturschutz seien. Diese seien ja seit langer Zeit gefordert worden. Unter anderem hatte der Kreisjagdverein Fritzlar-Homberg immer wieder für Wildzäune geworben.

In der kommenden Woche wollen die Naturschutzbehörde und Hessen Mobil in einem Gespräch klären, was geschehen ist und wie nun weiter geplant wird, kündigte Dr. Lambrecht am Mittwoch an. Neben dem Stopp der Arbeiten sei ihm wichtig, dass bereits abgeholztes Schnittgut nun an Ort und Stelle liegen bleibe, sagte Lambrecht. So könnten weitere Schäden an Nestern vermieden werden. Diese hätten entstehen können, wenn man das Schnittgut maschinell aus dem Unterholz gezogen hätte, befürchtet er.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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