Abbruch des Hauses Modrack in Loshausen nach mehr als 20-jährigem juristischen Hickhack

Seit 1992 beschäftigt der baufällige Zustand des Hauses Modrack in Loshausen die Willingshäuser Rathausverwaltung: Nach dem die Gemeinde es jetzt kaufen konnte, wird es abgerissen. Foto: Grede

Loshausen. Eine Gefahrenstelle in Loshausen wird endlich beseitigt: In der nächsten Woche wird das Haus Modrack in der Hintergasse abgerissen. Über Jahre hatte das einsturzgefährdete Anwesen im Dorf für Unmut gesorgt (wir berichteten).

Mit dem Abriss geht auch ein über Jahrzehnte währendes juristisches Hickhack zu Ende.

Das Anwesen

Bereits seit 1992 versuche die Gemeinde die Angelegenheit um das Gebäude zu regeln, erklärte Bürgermeister Heinrich Vesper im Gespräch mit der HNA. Dem Verfall preisgegeben ist das Haus bereits seit den 1980er-Jahren. Damals war der Eigentümer nach Frankreich gezogen. Inzwischen ist er verstorben, das Haus ging in das Eigentum seines Sohnes über. Der ist nach Angaben von Vesper entmündigt und lebte in einem Pflegeheim. Seit Jahren scheiterten die Versuche der Gemeinde, mit dessen Anwalt in Verbindung zu treten. Einmal schien man einer Lösung nahe, als es während eines Besuchs in der französischen Partnergemeinde direkten Kontakt mit einer Mitarbeiterin des Anwaltsbüros gegeben hatte.

Die Gefährdung

Knapp zehn Jahre mussten Loshäuser Schulkinder einen äußerst engen Gehweg an der Kasseler Straße nutzen, um zur Fußgängerampel zu gelangen. Die Ursache: Aus Sicherheitsgründen musste die Gemeinde einen parallel zum Anwesen Modrack verlaufenden Fußweg sperren, der häufig von Schulkindern genutzt wurde. Manche Anwohner sahen sich in ihren Gärten in Gefahr. Immer wieder beschwerten sich Nachbarn wegen auf ihre Grundstücke herabstürzende Ziegeln und Gefache.

Die Lösung

Als „extrem schwer“ wertet Bürgermeister Vesper das Verfahren in den vergangenen 24 Jahren. Immer wieder habe es Rückschläge gegeben. Zum Beispiel mussten französische Urkunden ins Deutsche übersetzt werden, das wiederum sei vom Gericht nicht anerkannt worden, schildert er nur einen Bruchteil der Stolpersteine, die überwunden werden mussten. Vesper: „Irgendwann hat schon keiner mehr dran geglaubt.“ Nun ist es soweit, für 5000 Euro konnte die Gemeinde das 200-Quadratmeter-Areal samt baufälligem Fachwerkhaus kaufen. 22 000 Euro soll der Abriss kosten. Der findet in der kommenden Woche statt. Während der Abbrucharbeiten kann es im Bereich der Hintergasse zu Verkehrsbehinderungen kommen. Was mit dem Grundstück geschehen soll, stehe noch nicht fest, so Vesper.

Quelle: HNA

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