Sopranistin Monika Eder und Pianist Peter Wilkinson konzertierten in Treysa

Ein Abend der Extraklasse

Harmonierten perfekt: Monika Eder und Peter Wilkinson präsentierten am Sonntagabend in der Hospitalkapelle Werke der Komponisten Crumb, Grieg, Schubert und Strauss. Foto: Rose

Treysa. Zu einem außergewöhnlichen Liederabend hatten die Sopranistin Monika Eder und Pianist Peter Wilkinson am Sonntagabend in die Hospitalskapelle in Treysa geladen: Diesen Leckerbissen ließen sich Freunde der klassischen Musik nicht entgehen, die kleine Kapelle füllte sich bis auf den letzten Platz. Die Zuhörer erlebten ein wunderbar vielfältiges, eineinhalbstündiges Programm mit Werken von Crumb, Grieg, Schubert und Strauss.

Auf melodische und virtuose Reise ging das Duo zunächst mit Titeln des zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Georg Crumb. Dominiert werden seine Werke von ungewöhnlichen vokalen und instrumentalen Techniken und einem großen Reichtum an Klangfarben. Mit überlegener Stilsicherheit und ihrer mezzogefärbten Sopranstimme hauchte ihnen Monika Eder Leben ein. Mühelos, klar und warm timbriert breitete sich ihre wandlungsfähige Stimme in der Kapelle aus.

Ein perfektes musikalisches Fundament goss ihr der erfahrene Konzert- und Loungepianist Peter Wilkinson: Mal zurückhaltend und sanft, mal expressiv und kraftvoll entlockte er dem Instrument die Klänge.

Mit viel Empathie widmete sich das Duo auch den Werken des norwegischen Komponisten der Romantik Edvard Grieg, dessen Kompositionen vor allem in der Klavier- und Kammermusik große Bedeutung gewannen: Seine lyrischen Stücke waren und sind in der Hausmusik weit verbreitet.

Dramatik und Wärme

Feurig färbte sich Eders Stimme, nahm ihr Ausdruck an Dramatik und Wärme zu, als sie vier Canzonen von Franz Schubert interpretierte. Mal sehnsuchtsvoll klagend, mal freudig erregt vollführte die Künstlerin scheinbar mühelos den Wechsel der Lagen. Die Werke des österreichischen Komponisten bilden den Übergang von der Klassik zur Romantik. Schubert gilt als großer Meister des Kunstliedes und war einer der produktivsten Komponisten.

Poetisch und leidenschaftlich, mitreißend und herzlich setzte das Duo mit Liedern von Richard Strauss einen fulminanten Schlusspunkt: Strauss, der vor allem für seine Opern berühmt wurde, arbeitete im Zweiten Weltkrieg als Dirigent in Bayreuth. Die ausgewählten vier letzten Lieder – Frühling, September, Beim Schlafengehen, Im Abendrot – entstanden 1948 nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff. Das restlos begeisterte Publikum spendete minutenlangen Applaus und erklatschte sich zwei Zugaben.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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