Helmut Fälber aus Christerode hat einen historischen Roman geschrieben

Abenteuer im Mittelalter

Faible für historische Stoffe: Helmut Fälber hat über drei Jahre an seinem ersten Roman gearbeitet. Foto: Köcher

Christerode. Keltische Kultstätten, ritterliche Reitturniere, historische Gemäuer: Die Welt des Mittelalters fasziniert Helmut Fälber seit Jahrzehnten. Aus seiner Zuneigung hat der 72-jährige Dolmetscher und Übersetzer aus Christerode nun ein Buch gemacht. „Der Ritter mit dem roten Scapulier“ ist der Titel eines fast 500 Seiten starken historischen Romans, in dem der junge Ritter Jacobus Falkner die Hauptrolle spielt.

Dieser hat nur ein Ziel: Er will an dem päpstlichen Inquisitor grausame Rache üben. Der Inquisitor hatte zuvor die Liebste des Ritters, die schöne Walpurga und ihre Mutter als mit dem Teufel im Bunde bezichtigt und verschleppt.

Walpurgas Mutter soll mit 13 anderen Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, und die Geliebte von Jacobus Falkner ist wie vom Boden verschluckt. Die Einzigen, die etwas über ihren Verbleib wissen können, sind der Inquisitor und seine Schergen. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd beginnt.

Moderne Motive

Dass es im Roman an Abenteuer und Spannung nicht mangelt, dass der Leser mitgenommen wird in einer vorantreibenden, atemlosen Handlung, dafür hat Helmut Fälber mit zeitgemäßen Erzählstrukturen gesorgt: Mitunter ermittelt Jacobus Falkner wie ein moderner Kriminologe und taucht zeitweise in eine Parallelwelt im Stile der Harry Potter-Bücher ein.

Selbst erotische Elemente kommen nicht zu kurz, wenn der Christeröder etwa unsittliche Ausschweifungen in einer finsteren Abtei schildert. „Es fehlt weder an pikanten Szenen, noch an tragikomischen Momenten, die mit einem Augenzwinkern beschrieben werden“, sagt der Autor.

All das erzählt Fälber angemessen in der mitunter derben, aber hautnahen Sprache des Mittelalters.

Über drei Jahre hat der 72-Jährige an seinem ersten Roman gearbeitet.

„Ich muss mich inspiriert fühlen“, beschreibt Fälber die kreativen Momente, denen später Notizen und Geschichten folgten. Das konnte nach einem langen Spaziergang im Knüll ebenso sein wie bei einem Ritt auf einem Elefanten, mit dem er einst auf eine Tempelanlage im kambodschanischen Urwald zusteuerte. Peru, Nepal, der Amazonas – das waren schon Ziele langer Auslandsreisen mit vielen Impressionen.

Auch bekannte historische Orte in der Region wird der Leser in „Der Ritter mit dem roten Scapulier“ (Scapulier heißt Überwurf, Robe) wiedererkenne. Die Wippersteine bei Holzburg als alter Opferstätte spielen ebenso eine Rolle in dem Roman wie das Vorbild der Ritterspiele auf Burg Herzberg.

• „Der Ritter mit dem roten Scapulier“ ist im Verlag Books on Demand, Norderstedt, erschienen und kostet 27,50 Euro (ISBN 978-3-8391-9562-8).

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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