Alexander Bernhardt war 101 Tage in Afrika unterwegs - nun erscheint sein Buch

Abenteuertrip von Kairo bis Kapstadt

+
Eine ungewöhnliche Heimreise: Alexander Bernhardt machte sich von Kapstadt zu Fuß auf den Weg nach Norden in Richtung Heimat. Darüber veröffentlichte er nun ein Buch.

Neukirchen. Von Kapstadt nach Kairo. In 101 Tagen. Quer durch Afrika. Alexander Bernhardt aus Neukirchen hat dieses Abenteuer vor vier Jahren gewagt. Ganz spontan, ohne lange zu überlegen. Darüber hat er nun ein Buch veröffentlicht.

In Marburg studierte er Sprache und Kommunikation und verbrachte dabei zwei Auslandssemester in Kapstadt. Er hatte nur kein Geld für ein Rückflugticket nach Deutschland und machte sich deshalb zu Fuß auf den Weg in Richtung Heimat. Eine Route hatte er nicht im Kopf. Nicht mal eine Karte bei sich. Nur einen Kompass, der ihm den Weg Richtung Norden wies. Ganz allein als weißer Mann durch den schwarzen Kontinent. Angst? Nein, die hatte er nie wirklich. Selbst als ein Beamter ihn an der Grenze zwischen Kenia und Äthiopien einsperrte, blieb er gelassen.

Keine Berührungsängste

Kontaktfreudig: Alexander Bernhardt beim Kloster Wayshed in Äthiopien mit zwei einheimischen Jungen.

„Mein Visum war vier Tage zuvor abgelaufen, weswegen ich festgehalten wurde. Ich wusste, dass der Grenzbeamte Geld von mir wollte, aber ich war nicht bereit ihm etwas zu geben.“ Er habe sich zwar Sorgen gemacht in dieser Situation, gefährlich sei es jedoch nie geworden auf seiner Reise.

Die Neugier auf die fremden Länder und Menschen hat ihn immer weiter getrieben. Bot sich eine Mitfahrgelegenheit, stieg er ein, wurde ihm empfohlen sich etwas anzusehen, tat er es. Berührungsängste hatte er nie. Zu Fuß, auf einem Esel, auf einem Traktor, mit dem Bus oder mit der Bahn, er ließ kaum ein Fortbewegungsmittel aus. Durch insgesamt neun Länder führte seine Reise bis nach Kairo. Von dort ging es dann mit dem Flugzeug nach Deutschland zurück.

„Ich habe ein anderes Bild von diesem Kontinent bekommen. Trotz aller Probleme gibt es geregelte Alltage und eine bewundernswerte Gelassenheit der Menschen.“

Bürgerkrieg und Hungersnöte bekam er nicht mit. Vieles, was Medien in Europa an Katastrophen berichten würden, habe sich für ihn relativiert. Umgekehrt bestehe auch eine falsche Vorstellung seitens der Afrikaner in Bezug auf Deutschland. „Jeder hat in Deutschland einen Job. Das denken viele in Afrika.“

Fast jeden Tag schrieb er ein paar Zeilen in einen Notizblock. Interessante Erlebnisse, Begegnungen und seine persönlichen Gedanken. Eigentlich nur für sich. An eine Veröffentlichung dachte er nicht. „Als ich die in Deutschland dann fertig abgetippt hatte, kam die Idee, sie an ein paar Verlage zu schicken“, sagte Bernhardt. Er muss nicht mehr jedem seiner Verwandten alle Details seiner Reise erzählen. Er drückt ihnen einfach ein Exemplar seines Buches in die Hand.

Nun widmet er sich seinem Masterstudiengang Europäische Sprache in Dresden. Doch er will eines Tages zurück nach Kapstadt, sehen wie sich die Metropole entwickelt hat. „Reisen ist für mich eine Sucht. Hab ich ein paar Euro gespart, will ich gleich weg.“

Rund 100 Euro hat er im Monat während seiner Abenteuerreise ausgegeben. „Das war billiger als in Deutschland zu studieren. Wer Geld sparen will, soll reisen,“ sagte er und lachte dabei.

Das Buch von Alexander Bernhardt trägt den Titel „Bravado Abenteuer Afrika - Allein vom Kap nach Kairo.“ Es ist im ontour-Verlag erschienen und kostet 14,90 Euro.

Quelle: HNA

Kommentare