Abfälle wild entsorgt: Eigentümer empört über illegal abgeladenen Heckenschnitt

Niederbeisheim. Heckenschnitt sowie Garten- und Friedhofsabfälle häufen sich: Meterhoch türmen sich im Waldstück am Altenmorschener Weg in Niederbeisheim die illegalen Abfälle.

Grünschnitt, Gras und Gartenabfälle gelten rechtlich als Müll und dürfen nicht im Wald entsorgt werden, erläuterte Erwin Wiegel von der Gemeinde Knüllwald die Rechtslage. Dennoch passiert es regelmäßig, dass Menschen ihren Unrat wild entsorgen. Ein Passant beobachtete vor ein paar Wochen, wie ein ganzer Hänger voll mit Gartenabfällen in dem Waldstück entsorgt wurde und informierte prompt das Regierungspräsidium (RP).

Udo Volland vom Dezernat für Abfallwirtschaft des RP schaute sich jetzt das Gelände zusammen mit den Eigentümern an. Er staunte, wie viele Gartenabfälle dort entsorgt werden. Das Waldstück ist einen Hektar groß und liegt außerhalb des Ortes, daneben verläuft ein geteerter Feldweg – und entlang der gesamten Wegstrecke türmt sich der Abfall. Die Eigentümer des Grundstückes sind die Eheleute Erika Geiseler und Hans-Jürgen Flügel. An einigen Stellen wurde auch Bauschutt abgeladen. „Wir wollen, dass das aufhört“, fordern sie. Es sei unzumutbar für das Ehepaar, das Grundstück einzuzäunen, sagte Volland. Man könne in Zukunft aber stärker aufpassen und die Täter anzeigen, riet er. Bislang sei allerdings noch kein Verursacher bekannt.

Rechtlich verstößt die Ablagerung gegen das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, fügt Volland hinzu. „Es sind Geldstrafen bis zu 10 000 Euro möglich“, erklärte Lutz Erbeck, Umweltsachbearbeiter bei der Polizeidirektion Homberg. Dieses Delikt sei keine Straftat, aber eine Ordnungswidrigkeit, die bei der Gemeinde Knüllwald angezeigt werden könne. Die Sachlage sei im Moment schwierig, erklärte Volland. Der Müll müsse weg, aber den Eigentümern sei das bei dieser Menge nicht zuzumuten, zudem würde die Entsorgung viel Geld kosten: Er rechnet mit 5000 bis 10 000 Euro. Notfalls müsse das gerichtlich geklärt werden. Dazu müsse man allerdings einen Verursacher feststellen. In vielen Dörfern im Knüll gibt es ein Problem mit wilder Abfallentsorgung. Besonders schlimm sei die Situation am Bahndamm zwischen Niederbeisheim und Remsfeld. „Nur weil Rasen- und Heckenschnitt Grünzeug ist und verrottet, glauben viele, das sei kein Abfall“, sagte Erwin Wiegel. Aber: Abfall ist alles, dessen sich der Eigentümer entledigen wolle oder müsse, zitierte er das Gesetz. (zty)

Quelle: HNA

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