Abiturientin aus Oberelsungen berichtet über Jahr in Neuseeland

Am heiligen Ort der Maori: Lena Ziehfreund aus Oberelsungen war begeistert vom Cape Reinga an der Nordspitze Neuseelands.

Hamilton/Oberelsungen. Kaum angekommen in einem fremden Land und schon mit der Arbeitssuche beschäftigt. So erging es der Oberelsungerin Lena Ziehfreund in ihren ersten Tagen in Neuseeland. Vor knapp einen Monat war die 19-Jährige zu ihrem Auslandsjahr ans andere Ende der Welt aufgebrochen.

Sehr viele hilfsbereite und liebenswürdige Menschen habe sie für diese recht kurze Zeit schon kennengelernt, schreibt Lena - „und ich habe Dinge erlebt, die manch anderer wohl nie erleben wird“.

Ein Land ohne Winter

Mit einem anderen Mädchen aus Deutschland fuhr Lena in den Norden Neuseelands, der als winterlos gilt. In der Nähe der Stadt Kaikohe fanden sie einen Job auf der Farm einer Frau namens Nancy. „Im Rahmen des Projekts ‘WWOOF’ (Willing Workers on Organic Farms, zu Deutsch etwa Freiwillige Arbeiter auf organischen Bauernhöfen) halfen wir ihr vormittags im Haushalt und auf dem Hof, wofür wir Unterkunft und Verpflegung erhielten“, erzählt die Deutsche. Die Aufgaben der Mädchen bestanden unter anderem in Kühetreiben, Ziegenjagen, dem Füttern des Kälbchens und dem Frühjahrsputz.

Zwei wunderschöne Wochen verbrachten die Mädchen auf der Farm. Nancy und ihr Freund Mike zeigten den Mädchen die Gegend, stellten ihnen viele ihrer Freunde vor und behandelten sie wie Familienmitglieder. Den krönenden Abschluss in den Norden bildete eine Tagestour zum Nordkap der Nordinsel, dem Cap Reinga. Dort gibt es unter anderem einen Strand, der befahren werden darf, den „90 Mile Beach“. „Ein wunderschönes und einzigartiges Stück Neuseeland“, findet Lena.

Das Cap Reinga gilt bei Neuseelands Ureinwohnern, den Maori, als heilig. Die Maori glauben daran, dass alle Seelen, die diese Welt verlassen, dies über einen Baum am Cape Reinga tun. „Wer einmal dort war, hat die Magie dieses Ortes wohl selbst gespürt“, schwärmt Lena. „Man fühlt sich wirklich so, als wäre man umgeben von Fototapeten, so unglaublich und atemberaubend schön ist die Landschaft.“ Außerdem könne man beim Blick vom Cape toll erkennen, wie der Pazifische Ozean und die Tasmansee aufeinander treffen.

Auf nach Hamilton

Anschließend machten sich die beiden Mädchen auf in den Süden. Über Auckland ging es nach Hamilton, der größten Stadt im Inneren des Landes.

Dort haben sie wieder einen Job und eine Unterkunft im Rahmen des WWOOF-Projekts gefunden. Dieses Mal sind sie bei einer Familie untergekommen und haben erneut viele Menschen getroffen.

„Mein Jahr in Neuseeland hätte wohl kaum besser starten können“, ist Lena Ziehfreund überzeugt.

„Hier weiß ich nie, was der nächste Tag wohl bringen wird, aber das ist eine extrem spannende und abwechslungsreiche Art, sein Leben zu leben.“ (prs)

Quelle: HNA

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