Es ist Abiturzeit: Plakate mit guten Wünschen schmücken zurzeit die Schulen in Fritzlar

Abiturzeit: Witzige Sprüche als Motivation

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Fritzlar. "Frag doch Guttenberg, ob er dein Abi schreibt". Sprüche wie dieser zieren zurzeit die Wände der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Die Plakate haben nur einen Sinn: Sie sollen die Prüflingen während der ersten Abiturarbeiten zu Höchstleistungen anspornen.

Diesen Freitag noch, dann ist erstmal Schluss: Die schriftlichen Prüfungen fanden vom 11. bis 25. März in Hessen statt. Das besondere Ereignis zerrt sowohl in der Ursulinenschule als auch der König-Heinrich-Schule in Fritzlar an den Nerven der Abiturienten. Und deshalb gehört es an beiden Schulen schon zur Tradition, dass Freunde und Familien mit ihren Plakaten dokumentieren, wie sehr sie mit den jungen Männern und Frauen mitleiden und -zittern.

Den meisten Schülern gefällt die Idee der Motivationsplakate. Melanie Riess von der KHS zum Beispiel: Sie findet die aufmunternden Wünsche gut, sie vermittelten Unterstützung und Stolz auf die Schüler, die es soweit geschafft haben. Doch nicht alle sind von den Plakaten wirklich begeistert. Anastasia Bohl sagt etwa, dass sie dadurch sehr nervös würde.

Schließlich belegten die bunten Sprüche an den Wänden: "Es wird ernst!" Über die Qualität der Plakate wird indes heißt diskutiert. Sprüche wie "4,0 ist auch bestanden" seien pessimistisch und erfüllten nicht den Zweck, die Prüflinge zu motivieren, meint zum Beispiel Thomas Schwabauer.

Die Tradition der Abi-Plakate besteht schon seit über zehn Jahren: Jedes Jahr trifft sich der vorjährige Abiturjahrgang der KHS, malt Sprüche auf Papier und Laken und packt Versorgungspäckchen für die Abiturienten. An der Ursulinenschule malen die Kunstkurse des 12. Jahrgangs die Motivationsplakate. KHS-Schulleiter Dr. Ulrich von Nathusius versteht die Transparente als eine schöne Tradition. Die Hervorhebung einzelner Schüler durch persönliche Plakate könnte jedoch seiner Meinung nach ein Problem sein, da sich andere Schüler eventuell vernachlässigt fühlten.

Die Plakatierung zeige allerdings Anteilnahme und mache deutlich, dass etwas Besonderes stattfindet. Uwe Dietrichkeit, stellvertretender Schulleiter der Ursulinenschule, findet die Plakate super, da sie Unterstützung signalisieren. Seine Kritik: Man müsse aufpassen, dass das Abitur nicht zu einem Event, einem Ereignis werde. Bräuche wie Abi-T-Shirts, Abiball wiesen schon in diese Richtung. (nh)

Von Maria Kelsch

Quelle: HNA

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