Nach knapp 24 Jahren als Schrecksbachs Bürgermeister geht Erich Diehl (63) jetzt in den Ruhestand

Abschied vom schönsten Beruf

Schrecksbach. Wehmut klingt mit, wenn Erich Diehl vom „schönsten Beruf“ spricht. Mit knapp 24 Jahren im Amt ist Diehl einer der dienstältesten Bürgermeister im Schwalm-Eder-Kreis. Am heutigen Mittwoch wird er sich aus seinem Amt verabschieden. Der 63-Jährige hatte aus gesundheitlichen Gründen den Gemeindevorstand um seine vorzeitige Entlassung gebeten

„Es tut weh“, sagte Diehl im Gespräch mit der HNA. Er habe seine Aufgaben immer gern erfüllt und überwiegend positive Erfahrungen gemacht. „Es war eine schöne Zeit“, lautet sein Fazit.

Lehre in der Kreisverwaltung und Büroleitung der Gemeinde Willingshausen sind nur einige Stationen in seinem Lebenslauf. Auf ein fast 50-jähriges Dienstleben könne er zurückblicken. Knapp 24 Jahre Bürgermeister, das sind drei Direktwahlen gewesen, aus denen er als Sieger hervorging. Es sind aber auch 24 Gemeindehaushalte gewesen. Zentrales Thema sei immer das Thema Wasser/Abwasser gewesen. „Das meiste Geld floss unter die Erde“, sagte Diehl. Rund 20 Millionen Euro seien auf dieses Weise ausgegeben worden, 1,4 Millionen stünden noch aus.

Dorferneuerung in Holzburg und Röllshausen, aber auch die Sanierung der Kapelle Schönberg lauten weitere Stichworte. Die Sanierung der Kapelle habe ihn immerhin seine ganze Amtszeit begleitet, erzählte er. Mit dem Neubau des Rotkäppchenhauses entstand ein neues Verwaltungsgebäude für Schrecksbach. „Ich habe hier keinen Prunk betrieben. Das Rotkäppchenhaus ist eine rationelle Verwaltung, in dem man in hellen Räumen besser arbeiten kann.“

Wichtig: Feuerwehren

Immer lagen Diehl auch die Feuerwehren am Herzen. Gern erzählt er von einem Tausch innerhalb der Schrecksbacher Feuerwehren, von dem die Salmshäuser Feuerwehr profitierte, die bis dahin noch mit einem Spritzenwagen samt Traktor unterwegs gewesen war. „Wenn die Sirenen gingen, ist er meist mit ausgerückt“, weiß Ehefrau Edith zu berichten.

Mit ihr wohnt Diehl in seinem Elternhaus. Einst lebten hier vier Generationen, erzählen die beiden: die Großeltern, die Eltern, er und seine Frau und die beiden Söhne. Inzwischen steht die obere Etage leer. Der viele Platz wird allerdings genutzt, wenn die drei Enkelkinder durchs Haus toben.

Überhaupt Familie. Die soll bei Diehl künftig im Mittelpunkt stehen. „Als Bürgermeister ist man 24 Stunden im Dienst, da ist manches andere zu kurz gekommen“, ist er sich sicher. Intensivieren möchte er auch sein ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Schrecksbach und bei der Awo Schrecksbach. Ganz oben auf der Liste steht für Erich Diehl allerdings eines: „Stress abbauen – das dürfte für die Gesundheit förderlich sein.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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