Abschluss des Melanchthon-Jahres: Prof. Hein war zu Gast an Schule im Steinatal

Abschluss des Melanchthon-Jahres: Bischof suchte das Gespräch

Steinatal. Es war das krönende Ende des Melanchthon-Jahres am gleichnamigen Gymnasium im Steinatal. Zum 450. Todestag des Humanisten, Reformators und Philologen Philipp Melanchthon wurde dessen Wirken in den vergangenen Monaten mit unterschiedlichen Veranstaltungen an der Schule thematisiert.

Um noch einmal einen besonderen Akzent zu setzen, war am Montag der Bischof von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, zu Gast. Katharina, Svenja und Anna-Maria sind etwas aufgeregt. Eben noch plauderten die Siebtklässler in der Schulmensa munter miteinander. Doch als der Bischof sie begrüßt, bleibt ihnen die Stimme weg. Aber nur kurz.

Die anfängliche Nervosität legt sich schnell und so lernen die drei Schülerinnen den Mann kennen, der eben noch im Talar einen Gottesdienst in ihrer Schule gehalten hatte. Es sei ihm bei seinem Besuch besonders wichtig, mit den Schülern ins Gespräch über Fragen des Glaubens und der Kirche zu kommen, sagt Bischof Hein. Auf seinen Wunsch hin hatte Schulleiterin Christel Ruth Kaiser eine Diskussionsrunde mit dem Bischof und einem evangelischen Religionskurs organisiert.

In der Auseinandersetzung mit den Schülern hat Hein, der selbst viele Jahre als Religionslehrer gearbeitet hat, Erfahrung. Überhaupt liege ihm die Arbeit der evangelischen Schulen am Herzen. Den Wert von Philipp Melanchthon für die evangelische Kirche hebt er an diesem Tag bei vielen Gelegenheiten hervor.

Neben Bischof Hein hatte die Schule zum Abschluss des Melanchthon-Jahres einen weiteren Experten eingeladen. Prof. Martin Greschat sprach in seinem Vortrag über das Vermächtnis von Melanchthon. Der Theologe beschäftigt sich seit 50 Jahren mit dem Mann, der für Martin Luther eine der wichtigsten Stützen gewesen sei. "Luther ohne seine Mannschaft ist nicht denkbar.", sagt Greschat, der bis zu seinem Ruhestand an der Universität Gießen gelehrt hat.

Wer seinerzeit nach Wittenberg zum Studieren gekommen sei, habe Luther erleben, aber von Melanchthon lernen wollen, erklärt der emeritierte Professor. Im Sinne Melanchthons sprach sich Greschat gegen eine Bildung aus, die "Fachidioten" produziere. Fachwissen sei wichtig, aber der musische und geisteswissenschaftliche Bereich dürfe überdies nicht vernachlässigt werden.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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