Augenärztin Dr. Jutta Leuser behandelt seit 2008 Patienten in Nairobi/Kenia

Melsunger Augenärztin engagiert sich in Nairobi/Kenia 

Im Einsatz: Dr.Jutta Leuser unter sucht eine kenianische Patientin. Foto: privat/nn

Melsungen. Die Anzeige im deutschen Ärzteblatt hat Dr. Jutta Leuser erstmal vier Wochen weggelegt. „Ich habe gedacht“, sagt sie, „einen konservativen Augenarzt suchen die sicher nicht.“ Aber dann hat sie sich doch beworben.

Seitdem fliegt die Melsunger Augenärztin regelmäßig für den Verein Cargo Human Care nach Kenia, um Menschen zu helfen, die sich keine medizinische Versorgung leisten können.

Zwei- bis dreimal im Jahr sperrt die 50-jährige Ärztin ihre Melsunger Praxis zu und fliegt für drei Tage nach Afrika. Dort behandelt sie in dieser Zeit 80 bis 100 Patienten. Menschen mit Augenentzündungen, grauem und grünem Star oder welche, die einfach eine Brille brauchen, erzählt sie.

Brillen im Gepäck

 

Und die Sehhilfen hat die Ärztin neben ihren medizinischen Geräten immer ihm Gepäck. Die gebrauchten Brillen werden hier gesammelt, in ihrer Melsunger Praxis vermessen und in Nairobi an die Bedürftigen verteilt.

Um die 30 Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen engagieren sich für den Verein. „Vor Ort sind wir immer zu zweit, im Januar war ich mit einem Kinderarzt dort“, sagt Leuser.

Den Medizinern steht je eine kenianische Krankenschwester zur Seite, die auch Übersetzerin ist, wenn die Patienten kein Englisch, sondern nur Suaheli sprechen. „Aber mit der Zeit bekommt man schon auch so einiges mit“, sagt die Ärtzin. Sprechen die Patienten seltene Dialekte, dann kann meist Putzfrau Susan helfen.

Und im Notfall klappt die Verständigung auch mit Händen und Füßen. Im Juli 2008 hatte Jutta Leuser, die eine ganze Zeit lang die einzige Augenärztin im Team war, ihren ersten ehrenamtlichen Einsatz in Afrika.

„Die Arbeit ist eine absolute Bereicherung für mich“, sagt die 50-Jährige, die im Juli bereits zum achten Mal nach Nairobi fliegt. Die Hilfe der Ärzte werde so dankbar angenommen, und sie lerne durch ihre Arbeit eine Menge Menschen kennen.

Mit einem Frachtflugzeug der Lufthansa geht es für die Ärtzin dann an einem Sonntagmorgen um 2 Uhr nach Kenia. Für den Transport und die Unterkunft der Ärzte kommt der Verein auf, alles andere müssen die ehrenamtlichen Helfer selbst bezahlen. Für ihre Arbeit bekommen sie kein Honorar. Kinder bis zwölf Jahre und Erwachsene ab 60 Jahren werden im 2009 errichteten Cargo Human Care Medical Center kostenlos behandelt, für alle anderen Patienten wird eine geringe Gebühr von umgerechnet etwa einem Euro erhoben. Zum medizinischen Zentrum gehört auch eine eigene Apotheke.

Jutta Leuser möchte ihre ehrenamtliche Arbeit noch möglichst lange machen. „Es ist Stress, aber ein so postives Erlebnis. “

Quelle: HNA

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