Zwischenbericht zur Ursache liegt vor

Flugzeugabsturz in Nausis wegen Wetter, Gewicht und Material

Bei dem Flugzeugabsturz am 11. September 2014 am Ortsrand des Neukirchener Stadtteils Nausis kamen zwei Männer ums Leben. Das Flugzeug könnte zu schwer gewesen sein, dazu kamen schlechtes Wetter und Materialschwächen an den Traglächen. Archivfoto: Haaß  

Nausis. Der Zwischenbericht der Bundesstelle für Fluguntersuchung gibt detailliert Auskunft über die Vorgänge um den Flugzeugabsturz am 11. September 2014 in Nausis.

Die Geschwindigkeit, das Gewicht, das Material und das Wetter: Es war das extreme Zusammenspiel dieser Faktoren, das zu dem Absturz des Ultraleichtflugzeugs im vergangenen September bei Neukirchen-Nausis geführt hat. Zwei Männer aus Aalen (Baden-Württemberg) waren dabei ums Leben gekommen. Das Flugzeug war auf dem Heimweg von der Norseeinsel Juist gewesen. Jetzt liegt ein Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vor.

Die Geschwindigkeit: Das letzte Radarsignal erfasste das Flugzeug am 11. September um 15.31 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 222 Stundenkilometern. Ausgelegt war das Ultraleichtflugzeug D4 Fascination auf eine Höchstgeschwindigkeit von 225 Kilometern.

Das Gewicht:  Der Inhalt des Flugzeugs hätte nicht schwerer als 135 Kilogramm sein dürfen. Die beiden Piloten wogen bei ihrer letzten Flugtauglichkeitsuntersuchung 98 und 80 Kilogramm. Zu diesen 178 Kilogramm kam noch das Gewicht des Benzins. Zugelassen war die Maschine auf ein Gesamtgewicht von 450 Kilogramm, leer wog es bereits 315 Kilogramm.

Das Wetter: Zeugen berichteten der HNA von einer langgestreckten dunklen Wetterwand, die zu diesem Zeitpunkt über dem Knüll gelegen haben soll. Das deckt sich mit der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts. Es waren für diesen Zeitraum in diesem Gebiet dichte Bewölkung und Regenschauer vorhergesagt, demensprechend hat sich die Sichtweite bei Dunst und Niederschlag verringert.

Das Material:  Niet- und Schweißverbindungen der Querruder an den Tragflächen könnten korrodiert gewesen sein. Die Bundesstelle für Fluguntersuchungen gibt nun entsprechende Sicherheitsempfehlungen für Maschinen diesen Typs heraus.

Der Absturz: Demnach waren die beiden Piloten, beide Mitglieder des Luftsportrings Aalen (Baden Württemberg), mit ihrem Ultraleichtflugzeug gegen 13.21 Uhr auf dem Flugplatz Juist in südöstliche gestartet. Ihr Ziel war Aaalen-Heidenheim/Elchingen. Gegen 15.30 Uhr beobachtete eine Zeugin aus Nausis den Absturz und meldete das der Polizei. Ein weiterer Zeuge - etwa fünf Kilometer südlich der Absturzstelle - hörte ein Geräusch am Himmel und sah das Flugzeug senkrecht spiralförmig nach unten stürzen. Dann hörte er einen lauten Knall und beobachtete, wie weitere Teile zu Boden stürzten.

Die Piloten: Der 53-jährige Pilot hatte seit zehn Jahren einen Pilotenschein und konnte viel Flugerfahrung vorweisen. Er verfügte über eine Gesamtflugerfahrung von knapp 250 Stunden und 380 Landungen mit Ultralleichtflugzeugen. Ebenso erfahren war sein 54-jähriger Mitflieger. Er war zudem Fluglehrer und Kunstflieger für Segelflugzeuge.

Archiv-Video

Die Unfallstelle: Die Trümmerteile lagen weit verstreut. Alle Wrackteile waren schwer beschädigt oder zerstört. Das Hauptwrack lag etwas mehr als einen halben Kilometer südlich des Dorfes. Es bestand unter anderem noch aus Rumpf, Motor mit Propeller, Tank und Sicherheitssystem. Auch die beiden getöteten Piloten befanden sich im Wrack. Etwa 300 Meter entfernt wurde beispielsweise die rechte Tragfläche mit dem Querruder gefunden. Weitere Teile wurden einem Acker auf der anderen Seite der Straße in Richtung Immichenhain gefunden.

Archiv-Bilder

Flugzeugabsturz im Schwalm-Eder-Kreis

Von Sylke Grede

Lesen Sie auch :

-Nach tödlichem Flugzeugabsturz: Trauer um die Opfer

-Nach Absturz im Schwalm-Eder-Kreis: Männer waren von der Insel Juist gestartet

-Zwei Tote bei Flugzeugabsturz im Schwalm-Eder-Kreis

Quelle: HNA

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion