Abwasser soll ab Mai teurer werden: Weniger versiegelte Flächen

Homberg. Die Homberger müssen wohl ab Mai tiefer in die Tasche greifen, denn die Abwassergebühren sollen steigen.

Die Stadt plant eine Erhöhung beim Schmutzwasser um zehn Cent je Kubikmeter und beim Niederschlagswasser um 19 Cent pro Quadratmeter. Künftig müssten die Homberger dann für das Schmutzwasser 3,84 Euro und für das Niederschlagswasser 68 Cent zahlen.

Bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag soll die neue Entwässerungssatzung vorgestellt werden. In einer der nächsten Stadtverordnetensitzungen soll dann über die neue Gebührensatzung entschieden werden.

Die Erhöhung sei notwendig und habe nichts mit der angespannten Kassenlage der Stadt zu tun, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung.

Es gebe drei Gründe dafür: 

• Die Stadt müsse mit weniger versiegelten Flächen zurechtkommen. „Nachdem die Bürger ihre Flächenberechnung bei der Stadt korrigiert hatten, stellte sich heraus, dass sich die versiegelten Flächen um rund 460.000 Quadratmeter reduzierten.“

Bei den öffentlichen Flächen sei von der für die Berechnungen beauftragten Firma auch unbefestigte Feldwege, die mitten in der Flur liegen, oder Seitenstreifen an Straßen als versiegelte Flächen deklariert worden. Nach der Korrektur reduzierten sich die öffentlichen Flächen um 350.000 Quadratmeter.

Somit fallen für die Kalkulation mehr Kosten und weniger Flächen an, die durch eine Gebührenerhöhung ausgeglichen werden müssten.

• Und: Durch die zahlreichen Baumaßnahmen im Bereich Abwasser fallen Abschreibungskosten für die fertigen Abwasserbauten an.

• Zudem müsse die Stadt eine höhere Verzinsung der Kosten für die Baumaßnahmen berücksichtigen.

Hintergrund:

Die Gebühreneinnahmen im Bereich Abwasser sind zweckgebunden und dürfen nicht zur Begleichung von Rechnungen in anderen Haushaltsbereichen verwendet werden. Das bedeutet, dass Abwassergebühren auch nur für Ausgaben im Bereich des Abwassers verwendet werden dürfen. Der Abwasserhaushalt muss immer ausgeglichen sein. Wird dort mehr investiert, muss diese Ausgabe durch höhere Gebühreneinnahmen ausgeglichen werden. Tatsächlich wirksam für die Gebührenkalkulation sind nur abgeschlossene Bauarbeiten in einem Stadtteil oder der Kernstadt - erst dann beginnt die Abschreibung der Bauinvestition.

Termin: Öffentliche Stadtverordnetensitzung, Donnerstag, 5. März, 19 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen.

Quelle: HNA

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