Betrug mit der Karte: 45-Jähriger tankte 52 Mal auf Kosten eines anderen

Abzocke mit der Zapfpistole

Schwalmstadt. Weil er im Wert von 3000 Euro auf die Tankkarte eines Fremden getankt hatte, musste sich am Donnerstag ein 45-jähriger Mann aus dem Altkreis vor dem Treysaer Amtsgericht verantworten. Wegen Unterschlagung und Computerbetruges in 52 Fällen verurteilte ihn das Gericht zu einer Gesamtstrafe von 180 Tagessätzen zu 10 Euro. Der Mann trägt außerdem die Kosten des Verfahrens.

Dem seit 20 Jahren in Deutschland lebenden Kosovo-Albaner wurde vorgeworfen, im Mai und Juni vergangenen Jahres im Altkreis mehrere Fahrzeuge auf Kosten eines 59-jährigen Landwirtes aus Frankenberg mit Benzin und Diesel betankt zu haben. Der Landwirt, der seine Tankkarte im Auto vergessen hatte, als er es verkaufte, bemerkte dies zu spät. „Ich habe nur selten auf Karte getankt“, sagte er. Die Sache sei erst aufgefallen, als er im Sommer vergangenen Jahres eine Rechnung über 3000 Euro Benzinkosten von der Firma Raiffeisen zugestellt bekam.

Die Aussagen eines 55-jährigen Tankstellenangestellten bestätigten die Nutzung der Tankkarte des Landwirtes durch den Angeklagten. Der Mitarbeiter gab vor Gericht an, er kenne den Angeklagten vom Sehen und habe sich zunächst nichts dabei gedacht, als dieser plötzlich auf Karte getankt habe. Die Kartenkontrolle nach einem Tankvorgang hatte allerdings den Landwirt als Karteneigentümer bestätigt.

Der Angeklagte äußerte sich hinsichtlich der Vorwürfe. Er gab an, ein Auto gekauft zu haben, das mit einem nicht näher bekannten Rumänen zum Ausschlachten nach Kassel gebracht werden sollte. Von dem Rumänen sei ihm eine Tankkarte mit PIN-Nummer angeboten worden, die er ihm für 2500 Euro abgekauft habe. Er selbst habe nie zuvor eine solche Karte besessen und dem Rumänen geglaubt, es sei alles in Ordnung.

„Was haben Sie gedacht, wie lange Sie für 2500 Euro tanken können?“, fragte ihn der Staatsanwalt. Der Angeklagte gab an, dass der Rumäne ihm gesagt habe: „Soviel du willst.“ Er sei davon ausgegangen, er könne innerhalb eines Jahres beliebig auf die Karte tanken.

Der Richter zweifelte an den Aussagen des 45-Jährigen und schloss sich der Meinung der Staatsanwaltschaft an. Zwar sei die Geschichte mit dem Rumänen nicht zu widerlegen, doch nehme man dem Angeklagten nicht ab, er habe nicht gewusst, dass er illegal handele und ein anderer dafür zahlen müsse.

Der 45-Jährige hatte zum Teil mehrmals am Tag zwischen acht und 70 Litern Benzin oder Diesel getankt. Offensichtlich tat er dies auch gegen Bezahlung für Bekannte, die er günstig mit Kraftstoff versorgte. (zhk)

Quelle: HNA

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