Landgericht verurteilt 36-jährigen Litauer aber nicht als Banden-Täter

Acht Jahre Haft für Serie von Autodiebstählen

Kassel/Fritzlar. Im Prozess um eine Serie teils spektakulärer Autodiebstähle aus Autohäusern in Nordhessen und Südniedersachsen hat das Kasseler Landgericht den Angeklagten am Mittwoch zu acht Jahren Haft verurteilt.

Die Fünfte Strafkammer befand den 36-jährigen Litauer unter anderem eines schweren Einbruchdiebstahls im März 2013 in ein Mercedes-Autohaus in Fritzlar für schuldig. Dabei waren zehn hochklassige Fahrzeuge entwendet worden.

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Insgesamt sah das Gericht eine Verbindung des 36-Jährigen zu acht Autohaus-Einbrüchen als erwiesen an - darunter auch solche in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Niederaula, Einbeck und Göttingen. In zwei dieser Fälle ließ das Gericht offen, ob der Angeklagte sich mit seinem Tun des Diebstahls oder aber der gewerbsmäßigen Hehlerei schuldig gemacht habe.

Miete für Unterschlupf

In weiteren Fällen sahen die Richter nur den Straftatbestand der Begünstigung klar erfüllt: Der 36-Jährige habe die Miete für einen Unterschlupf im Kasseler Wesertor bezahlt.

Dieser sei von Kurieren genutzt worden, die gestohlene Autos außer Landes bringen sollten. Mindestens einmal habe er außerdem die Miete für jene Halle in Homberg-Berge bezahlt, in der die Polizei zehn Wagen aus mehreren Diebstählen fand.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Litauer wegen schweren Bandendiebstahls in zehn Fällen angeklagt. In zwei Fällen sprach das Gericht den Mann am Mittwoch frei. Auch dass er als Teil einer Bande gehandelt habe, sei ihm nicht nachzuweisen. Die rechtlichen Kriterien für eine solche Annahme seien sehr streng, betonte der Vorsitzende Richter Jürgen Stanoschek.

Die Kammer habe aber keine Zweifel daran, dass der Angeklagte an "organisierter Kriminalität" beteiligt gewesen sei und aus kriminalistischer Sicht gehe es "natürlich um eine Bande".

Von Katja Schmidt

Quelle: HNA

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