Bedarf an Hilfe gestiegen

Acht Psychologen für 40.000 Schüler in Kreis und Stadt Kassel

Wolfhager Land. Stadt und Landkreis Kassel stehen bei der Versorgung mit Schulpsychologen wesentlich besser da als andere Regionen.

Dies bestätigt Stefan Drewes vom Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP). Nach einer aktuellen Studie steht in Deutschland im Schnitt für 8617 Schüler und 635 Lehrkräfte ein Schulpsychologe zur Verfügung. „Von der Kultusministerkonferenz und der Bund-Länder-Kommission wurde bereits im Jahr 1973 die Mindestversorgung von einem Schulpsychologen auf 5000 Schüler empfohlen“, erklärt Drewes. Selbst wenn Schulen diese Zahl erreichten, sei der Bedarf deutlich höher. Die Versorgung in einigen Bundesländern wäre katastrophal. So kommt in Niedersachsen ein Psychologe auf 16.000 Schüler.

In Stadt und Landkreis Kassel kommen auf rund 40.000 Schüler immerhin acht Schulpsychologen. Dies teilt die stellvertretende Amtsleiterin des Schulamtes, Sabine Schäfer, mit. „Die Psychologen stehen für die präventive und systembezogene Beratung der Schulen, für die Erstellung schulpsychologischer Gutachten sowie für Einzelfallberatung zur Verfügung.“ In und um Kassel sei das Ziel erreicht, die Schulpsychologie verlässlich auszustatten.

Dies bestätigt Ludger Brinkmann für die Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule. Nach der jüngsten Aufstockung sei man mit der Versorgung zufrieden, so der kommissarische Schulleiter. Wobei der Bedarf an professioneller Hilfe angesichts von gesellschaftlichen Veränderungen und der Medienproblematik deutlich gestiegen sei. „Wir könnten in der Schule einen eigenen Psychologen beschäftigen, er würde sich nicht langweilen“, so der Schulleiter. Auffangen könne man viele Probleme mit den beiden Schulsozialarbeitern. „In einem konkreten Fall können wir zeitnah reagieren. Auch der Schulpsychologe ist relativ schnell vor Ort verfügbar“, so Brinkmann.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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