Ausstellung mit Kunst aus der Klinik für forensische Psychiatrie

Achtsam auf dem Weg

Mit der Acht auf den richtigen Weg: Erhard Oxe, Elke Geide, Dieter Schrader, Lothar Fürstenberger und Pfarrer Wolfgang Hanske machen es mit einer Ausstellung in der Isthaer Kirche möglich. Foto:zhf

Istha. Wenn eine Gemeinde 888-jähriges Bestehen feiert und eine Gruppe Künstler einlädt, sich mit diesem Thema zu befassen, dann können beeindruckende Dinge herauskommen. Die Acht als Zahl kann aufrecht stehen, liegend aber wird sie zum Symbol für das Unberechenbare, das Unendliche.

Um dem Herr zu werden, sollte man aufmerksam durchs Leben gehen. Achtsam. Seine Umgebung und sich selbst wahrnehmen. Menschen mit Achtung und Respekt begegnen.

Beides haben auch die Patienten des künstlerisch-therapeutischen Bereichs der Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal-Merxhausen verdient, die sich unter Anleitung ihrer Kunst- und Musiktherapeutinnen Elke Geide und Verena Strnad sowie der Deutschlehrerin Bettina Matyssek von der Acht haben inspirieren lassen. Ergebnis ist die Ausstellung mit dem Titel „Achtsamkeit – Erinnern und sich auf den Weg machen.“

Ob in gemalten Bildern, aus Ton geformten Skulpturen, Liedern oder Geschichten – die Werke, die Biografisches nicht verbergen und von Emotionen stetiger Veränderung erzählen, gehen unter die Haut.

Untermauert durch das Wissen, dass sich suchtkranke Rechtsbrecher hinter den Exponaten verbergen, gewinnt die Ausstellung zusätzlich an Tiefe.

Persönliche Schicksale

Die Kunstwerke anonymisiert präsentiert, lassen sich persönliche Schicksale nur erahnen. Einiges zeugt von tiefer Verletzung, anderes von Hoffnung – ein Ausdruck vom Leben zwischen extremen Emotionen. „Erinnern kann furchtbar sein, doch nur so kann man sich auf den Weg nach vorn machen“, so Lothar Fürstenberger, Leiter des zentralen therapeutischen Bereichs der Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie.

Die Ausstellung ist mittwochs und freitags von 17 bis 19 Uhr, sonntags von 14 bis 16 Uhr sowie kurz vor und nach den Gottesdiensten zu besuchen. Für Gruppen nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 05692/5797 bei Pfarrer Wolfgang Hanske auch zu anderen Terminen. (zhf)

Quelle: HNA

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