Achtung, Kontrolle: BAG überprüfte Lastwagen an der A7

Thomas Fischer

Guxhagen. Diesen Dienstagvormittag hätte ein Lastwagenfahrer aus Frankreich sicher gern anders verbracht. Stattdessen sitzt er in einem Wagen des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) und hört sich die Liste der Mängel an, die die Beamten an seinem Sattelzug festgestellt haben.

So wie ihm geht es vielen an diesem Vormittag. Denn auf dem Parkplatz Quillerwald an der Autobahn 7 kontrolliert das BAG Fahrzeuge.

600 000 Lkw nehmen die BAG-Kontrolleure jedes Jahr bundesweit unter die Lupe. An diesem Tag sind es 40, die André Kurzenknabe mit einer roten Kelle von der Autobahn winkt. So wie den Tanklaster, den der französische Fahrer lenkt. „Das Gefährt macht schon auf den ersten Blick einen schlechten Eindruck“, erklärt Thomas Fischer, Oberkontrolleur des BAG Mainz.

Der erste Blick täuscht nicht. Denn bei der genauen Untersuchung entdecken die Mitarbeiter gleich mehrere Mängel. Unter anderem sind die Bremsen defekt – fatal bei den winterlichen Straßenverhältnissen.

Weiterfahren darf der Franzose nicht. Zuerst muss sein Gespann bei einer Prüfstelle untersucht werden. Diese Kontrolle fällt noch schlimmer aus, als es die BAG-Mitarbeiter befürchtet haben: Die Bremsen sind kaputt, die erste Achse ist lose und der Rahmen des Fahrzeugs mehrfach gerissen. Sein Ziel Magdeburg wird der Franzose heute jedenfalls nicht mehr erreichen.

Was genau die Kontrolleure an den Lastwagen überprüfen, hängt von der Art des Fahrzeugs und der Ladung ab. Wird beispielsweise ein Gefahrgut-Transporter angehalten, wird auf die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften geachtet. Und fällt schon auf den ersten Blick auf, dass die Ladung nicht gesichert ist, richten die Kontrolleure darauf ihr besonderes Augenmerk. Dinge, die jedoch in jedem Fall überprüft werden, sind Lenkzeiten und Papiere.

Inzwischen haben die BAG-Mitarbeiter den nächsten Lastwagen auf den Parkplatz gelotst. Michael Junker ist mit seinem Fahrzeug auf dem Weg nach Hardegsen in Niedersachen, geladen hat er Holzhackschnitzel. Auch bei seinem Sattelzug hat Thomas Fischer gleich einen Verdacht: „Der ist überladen“.

Nach Überprüfung der Fahrzeugpapiere und des zulässigen Gesamtgewichts muss das Gespann auf eine mobile Waage. Achse für Achse wird das Gewicht bestimmt – und das ist tatsächlich zu hoch. Junker zahlt eine geringe Geldbuße und darf weiterfahren. Durchschnittlich dreimal pro Woche muss Robert Noll, Technik-Experte unter den BAG-Mitarbeitern, zum Äußersten greifen: Er legt eine Sicherungskette an Lastwagen an. Das ist immer dann der Fall, wenn schwere Mängel an einem Fahrzeug festgestellt werden und eine Weiterfahrt verboten wird. „Zu diesem Mittel greifen wir auch dann, wenn sich Fahrer oder die Chefs der Firmen stur stellen“, sagt Thomas Fischer. Wenn sie sich zum Beispiel über das Fahrverbot hinwegsetzen wollen oder sich weigern, eine Geldbuße zu zahlen.

Insgesamt sei das Verhältnis zu den Lkw-Fahrern allerdings sehr entspannt, berichtet Thomas Fischer. „Jeder, der in diesem Bereich arbeitet, kennt unsere Kontrollen.“

Quelle: HNA

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