Lehrer der Elbetalschule wollen Wissen über Streuobstwiesen an Kinder weitergeben

Fortbildung: Äpfel standen im Rampenlicht

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Alle Blicke auf die Äpfel: Das erworbene Wissen wurde in einem Apfelmemory auf die Probe gestellt.

Naumburg. Einen pädagogischen Tag haben die Lehrer der Elbetalschule bei einer Fortbildung zur Streuobstwiese im Natur-Informationszentrum Naumburg verbracht. Die Naturschutzakademie Hessen war zu Gast und hatte Naturerfahrungsübungen und Obstwissen im Gepäck.

Maria Krah-Schmidt vermittelte die Grundlagen zur Sortenbestimmung und Möglichkeiten der Weitergabe an Kinder.

Was unterscheidet die einzelnen Äpfel voneinander? Was ist der wesentliche Unterschied – Farbe, Form oder vielleicht auch Stiellänge? Dass alles sortenecht zuging, garantierte Pomologe Steffen Kahl. Er entlarvte so manchen mitgebrachten Apfel. So wurde ein vermeintlicher Boskop als Goldrenette von Blenheim identifiziert und der immer wieder für eine Schafsnase gehaltene Prinzenapfel bestimmt.

Apfelraupe auf der Spur

Besonders spannend war der Geschmackstest. Ob süß, sauer, bitter, weinsäuerlich oder aromatisch – jeder Apfel fand seinen Liebhaber. Die Teilnehmer hatten so liebliche Äpfel wie Signe Tillisch (mittelfrüher Essapfel), Goldrenette von Blenheim, Gravensteiner, Prinzenapfel, Jona Gold, Idared, Dülmener Rosenapfel, Civni, Hessische Tiefenblüte, Ananasrenette (besonders aromatisch), Biesterfelder Renette (aromatischer Essapfel) mitgebracht. Spielerisch ging es auf der Streuobstwiese zu. Hier wurden Dinge aus der Natur gesammelt und unter die Lupe genommen. Dabei kamen die Lehrer der Apfelraupe auf die Spur. Sie entpuppte sich als die Larve des Apfelwicklers, der dafür sorgt, dass sich im Apfel keine Kerne entwickeln und so die Äpfel frühzeitig abgeworfen werden. Seinen Weg durch den Apfel hinaus und über einen Gespinstfaden zum Boden beendet er hinter der Baumrinde, wo er überwintert. Erst im Frühjahr kehrt er als Falter dem Baum den Rücken und geht auf Hochzeitsflug.

Ausstellung im November

Das Seminar war ein Einstieg in die Naturerfahrung auf der Streuobstwiese, und das Team der Elbetalschule derart begeistert, dass ein Folgeseminar geplant ist.

Es kamen viele Ideen auf, wie man über das Jahr in der Wiese aktiv sein kann, etwa beim Anbringen von Leimringen als Schutz gegen Frostspanner. Das Erlebnis und die Arbeit mit dem Obstbaum kann in Naumburg Früchte tragen.

Erste Ergebnisse der Zusammenarbeit aus diesem Jahr können in Form einer kleinen Ausstellung bei den Hessischen Pomologentagen am 2. und 3. November im Haus des Gastes besichtigt werden. (red/ant)

Quelle: HNA

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