Der Besser Hans E. Lehmann hat seit Monaten kein Internet und Telefon mehr

Ärger mit neuem Vertrag

Verzweifelt: Hans E. Lehmann zeigt sein Telefon. Seit Monaten hört er nur eine Bandansage, wenn er den Hörer abhebt. Foto: Dewert

Besse. „Bitte stecken sie das DSL-Kabel ein.“ Diesen Satz hört Hans E. Lehmann seit nunmehr drei Monaten, wenn er seinen Telefonhörer abhebt. Genausolange hat der 68-jährige Rentner aus Besse weder Internet noch Festnetz.

Eigentlich wollte er vom neuen schnellen DSL-Breitbandanschluss profitieren, den es sei Jahresbeginn in Besse gibt. Der Netzbetreiber ist die Firma Netcom aus Kassel – Telefon- und Internetanbieter ist die Muttergesellschaft Vodafone.

Netcom kann nichts machen

Abgeschlossen hat er seinen Vertrag bei einem Mitarbeiter der Netcom. Dieser kann ihm jedoch bei seinem Problem nicht helfen: „Die Kundenbetreuung läuft komplett über Vodafone. Uns sind die Hände gebunden“, sagt Ulf Körschner, Vertriebschef bei Netcom. Unglaublich, aber die Netcom-Mitarbeiter landen bei Anfragen selbst nur in der Vodafone-Warteschlange. „Die Abwicklung der Neukunden funktioniert halbwegs – bei Bestandskunden hängt es derzeit deutlich häufiger“, sagt Körschner.

Und eben so einer ist Lehmann. Obwohl er keine Leistung erhält, zieht der Kommunikationskonzern fleißig die Monatsbeiträge ein. „Auf meine E-Mails wird nur verspätet oder gar nicht reagiert. Zuletzt erhielt er doch tatsächlich eine E-Mail in der Vodafone bedauere, ihn telefonisch nicht erreicht zu haben. „Das ist doch ein Witz.“

Hotline ist hilflos

Zwei Einschreiben per Rückschein sind bis jetzt unbeantwortet“, ärgert sich Lehmann. Auch wenn die Mitarbeiter in der Hotline hilfsbereit seien, helfen konnten sie ihm bisher nicht.

Alles begann im Januar. Damals schloss er einen Vertrag mit Vodafone. Seinen alten Vertrag mit Arcor müsse er nicht kündigen, die gehörten zum konzern, hieß es. Im Februar bekam er auf Nachfrage eine Bestätigung seines Abschlusses. Dann passierte bis Juli nichts mehr. „Ich dachte, da mein Arcor-Vertrag bis zum 4. Juli lief, würde es dann auch erst den neuen Zugang geben“, sagt er. Auf erneute Anfrage kam am 16. Juli ein neues Modem.

Nur anschließen ließ es sich nicht und die alte Anlage fünktionierte nicht mehr. Seit dem gibt es ein Hin und Her mit der Störungsstelle und der Service-Hotline. Zuletzt hat er inkompatible Komponenten geschickt bekommen. „Das immerhin konnte ich in der Hotline in Erfahrung bringen.“ Warum ihm die aber geschickt wurden? „Keine Ahnung?“, sagt Lehmann.

Der ehemalige Ingenieur bei VW kommuniziert seit Monaten nur über sein Handy. „Das ist ganz schön kostspielig.“ Auch sein Surf-Stick, den er sich für den Internetzugang gekauft hat, kostet Geld. „Das erstattet mir doch bestimmt niemand?“

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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