Ärger mit der Telekom

Festnetzanschlüsse in Schellbach vier Wochen tot

Walter Hiese

Schellbach. Vier Wochen ohne einen Telefonanschluss- das ist undenkbar. In Schellbach war das jetzt Realität. Seit dem 29. Mai konnten die Menschen in dem Knüllort nicht von ihren Festnetzanschlüssen aus telefonieren.

„Ärgerlich war vor allem der Umgang der Telekom mit der Situation“, sagt Walter Hiese, der sich mehrfach mit dem Telefonanbieter auseinander setzte, um den Ort wieder erreichbar zu machen.

Seit dieser Woche funktioniert das Telefon wieder, aber der Ärger ist noch nicht verraucht. Selbst wenn viele Menschen Handys besitzen, habe ein Festnetzanschluss durchaus noch seine Berechtigung, meint Hiese. Gerade ältere Menschen könnten in Not geraten und dann sei eine Erreichbarkeit wichtig.

Das Problem sei nach den heftigen Regenfällen am letzten Maiwochenende aufgetreten. Am Mittwoch darauf wollte Hiese telefonieren, der Anschluss funktionierte nicht, auch die Nachbarn waren betroffen. Immer wieder rief er von seinem Handy aus die Telekom an und wurde mehrfach vertröstet.

„Warum wurden wir nicht vernünftig informiert“, fragt er. In ein bis zwei Tagen sei das Problem gelöst, hieß es von der Telekom. Aber es passierte wochenlang nichts.

Der Service der Telekom sei sehr fraglich. „Die hatten keinerlei Ortskenntnis, mit der Service-Nummer landete ich mal in Stuttgart, mal in Leipzig“, sagte er kopfschüttelnd. Irgendwann wurde festgestellt, dass es sich um eine Massenstörung handelt und der Schaden nicht so schnell repariert werden könne.

Die Leitung, die von Homberg nach Schellbach führt, war defekt. Auch im Rinnetal waren die Menschen tagelang abgeschnitten. 700 bis 800 Anschlüsse seien betroffen gewesen, schätzt Hiese. Das Hotel in Schellbach hatte Problem mit der Verbindung bei Zahlungen mit Karte.

Nach drei Wochen bekam Hiese wenigstens eine kostenlose Rufumleitung auf sein Handy und auch die Grundgebühren für den Festnetzanschluss muss er nun nicht zahlen. „Manche im Ort waren so sauer, dass sie an den Vorstand der Telekom schrieben“ erzählt der Rentner. Früher habe es eine Störungsstelle vor Ort gegeben und die Mitarbeiter hätten den Schaden behoben. Den neuerdings so schlechten Service kann er nicht nachvollziehen.

Jetzt sind die Schellbächer froh, dass das Telefon wieder funktioniert. Die Leitungen, die von Homberg her durch den Wald in den Ort führen, müssen erneuert werden. Dann kommen hoffentlich nicht noch einmal Störungen auf den Ort zu, meint Hiese.

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Quelle: HNA

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