Ärger über Sperrung der Brücke am Ederwehr

Seit zehn Monaten gesperrt: Die Brücke am Fritzlarer Wehr ist aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Auf dem morschen Steg (kleines Bild) fehlen einige Bretter.  Foto: Leissa

Fritzlar. Nicht zum ersten Mal steht Wilfried Aubel verärgert vor der Absperrung, die ihm das Betreten der Fußgängerbrücke am Fritzlarer Ederwehr unmöglich macht.

Seit Monaten sei die Brücke nicht mehr sicher, sein Lieblings-Rundwanderweg dadurch gesperrt. Dabei hätte die Stadt Fritzlar genügend Zeit gehabt, die Schäden an der Brücke zu reparieren, meint Aubel.

Er wirft dem Magistrat der Stadt ein zögerliches Verhalten vor: Statt die Brücke zu reparieren und den Wanderern und Spaziergängern wieder den Weg freizumachen, hat Wilfried Aubel den Eindruck, die Stadt würde die Reparaturen an der Brücke hinauszögern. Dabei ist für den Rentner klar: Je länger sich die Stadt Fritzlar Zeit mit der Sanierung lasse, desto teurer würden die längst überfälligen Arbeiten.

Besonderer Bedeutung 

Ein zusätzliches Ärgernis für den 76-Jährigen ist, dass das Hinweisschild zu der gesperrten Brücke nur einen Steinwurf von der Absperrung entfernt sei. Erst viel zu spät würden Fußgänger erkennen, dass die Brücke nicht begehbar ist. Man zwinge sie so dazu, erst einige Minuten zu gehen, um dann entweder den Rückweg anzutreten oder sich notgedrungen eine Alternativroute zu suchen. Diese Routen seien unbefestigte und somit nicht ganz sichere Wege, sagt Aubel.

Den Ärger von Wilfried Aubel und anderen Spaziergängern kann Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat verstehen. „Die Brücke hat eine besondere Bedeutung für Wanderer, Läufer und Spaziergänger. Das wissen wir“, sagt Spogat auf HNA-Anfrage. Doch täusche der Eindruck, dass der Magistrat gezögert habe. „Wir haben die Schäden an der Brücke selbst entdeckt und gleich reagiert“, erklärt er. Das Holz der Brücke sei an mehreren Stellen morsch. Die Sicherheit gefährdet. Unter anderem seien Längsträger und Bohlen betroffen. Seit Juni sei das 37 Jahre alte Bauwerk nun gesperrt. Man habe die Arbeiten zwei Mal ausschreiben müssen, um ein gutes Angebot zu bekommen. 120.000 Euro werden die Arbeiten kosten. Etwa das Doppelte hätte man für einen Neubau ausgeben müssen. Im Dezember sei schließlich der Auftrag für die Sanierung vergeben worden.

Hinzu komme, dass die Sanierung der Brücke nicht zu jeder Jahreszeit vorgenommen werden könne. „Man muss die Restholzfeuchte beachten, die darf nur 18 Prozent - eher weniger - betragen“, erklärt Spogat.

13. April sollen Arbeiten beginnen

Außerdem werde mit einem speziellen Harz gearbeitet, der nur bei Temperaturen von über fünf Grad verarbeitet werden könne. Daher habe sich der Baubeginn verzögert. „Das lag aber an den Witterungsbedingung und nicht daran, dass wir etwas verschleppt haben.“

Start der Arbeiten soll nun am 13. April sein. Ende Mai könne die Brücke dann voraussichtlich wieder freigegeben werden, so Spogat. Anschließend werde sie die nächsten 25 Jahre wieder für Wanderer, Läufer und Spaziergänger zur Verfügung stehen. Denn alle 20 bis 25 Jahre müssten die Bauwerke erneuert werden.

Quelle: HNA

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