In mehreren Etappen werden Zentralen im Landkreis eingerichtet – Start für Fritzlar

Ärztedienste neu geregelt

Schwalm-Eder. Patienten, die außerhalb der üblichen Sprechzeiten einen Hausarzt benötigen (nicht zu verwechseln mit Notfällen, bei denen der Rettungsdienst erforderlich ist), müssen sich ab dem kommenden Jahr umstellen. Überall in Hessen werden die Ärztlichen Bereitschaftsdienste (ÄBD) neu geregelt – auch im Schwalm-Eder-Kreis.

An vorhandenen Krankenhäusern werden Arztzentralen eingerichtet (wir berichteten). Bestandteil dieser Neuregelung ist, dass Patienten künftig die bundesweit einheitliche Telefonnummer (116117) wählen können. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen mitgeteilt.

Am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar wird zum 2. Januar 2014 eine solche Zentrale eröffnet. Sie ist zuständig für Fritzlar, Wabern, Borken, Homberg, Knüllwald, Neuental, Jesberg und Bad Zwesten sowie die Ortsteile Ersrode und Hainrode der Gemeinde Ludwigsau.

Unterschiedliche Regelungen

Im Landkreis existieren nebeneinander noch verschiedene Regelungen des Bereitschaftsdienstes. Sie sollen vereinheitlicht werden. Am Klinikum in Melsungen soll nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung zum 1. Juli 2014 eine Arztzentrale eröffnet werden, für den südlichen Kreisteil fällt am 1. Oktober 2014 der Startschuss in Schwalmstadt. Am dortigen Klinikum gibt es bereits eine Arztzentrale, deren Zuständigkeit ausgeweitet werden soll. Bis dahin gelten in diesen Bereichen noch die bekannten kollegialen Regelungen und Öffnungszeiten.

Für diese beiden Dienstbereiche müssten noch organisatorische Fragen geklärt werden, erläuterte Petra Bendrich, Pressesprecherin der KV Hessen. Gudensberg, Edermünde, Guxhagen und Körle sind dem Dienstbezirk Kassel zugeschlagen worden, die Stadt Niedenstein gehört zum ÄBD Wolfhagen (Start jeweils 1. Januar 2014)

Mit der 116 117 erreichen die Patienten eine Telefonzentrale mit medizinisch geschultem Personal, dem die Symptome geschildert werden können. Je nach Art der Erkrankung wird mit mobilen Patienten vereinbart, zu einer Untersuchung in eine Bereitschaftsdienst-Zentrale zu fahren. Sind Anrufer nicht mobil oder hat die ÄBD-Zentrale geschlossen, wird veranlasst, dass ein Arzt sie zu Hause aufsucht.

Mehrere Ärzte im Einsatz

In größeren Gebieten und bei längeren Fahrtzeiten könnten mehrere Ärzte mobil im Einsatz sein, erläuterte Petra Bendrich. Es könnten auch Ärzte aus benachbarten Dienstbezirken eingesetzt werden, wenn sie sich näher am Einsatzort befänden. Ein Ziel sei es auch den Patienten einheitliche Öffnungszeiten anbieten zu können.

Es gebe auch eine klare Abgrenzung zum Rettungsdienst. Bei starken Herzbeschwerden, Bewusstlosigkeit, schweren Verbrennungen oder anderen akuten lebensbedrohlichen Symptomen sollte sofort der Rettungsdienst unter der Nummer 112 angefordert werden.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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