Bemühen um neue Mieter

Ärztehaus: Eigentümer wehren sich gegen Vorwürfe

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Vor 40 Jahren gebaut: Zeitweise gab es in dem Gebäude an der Kurfürstenstraße drei Arztpraxen.

Wolfhagen. Aufregung um das Wolfhager Ärztehaus: Wie wir berichteten, haben eine Kinderärztin und ein Zahnarzt, ihre Mietverträge nicht verlängert. Die Kinderärztin praktiziert seit dieser Woche in Istha, der Zahnarzt zieht Anfang kommenden Jahres in eine Neubau-Praxis am Teichberg.

Als Gründe für den Auszug wurden Reparaturstau und hohe Nebenkosten in Zusammenhang mit dem Wohn- und Geschäftshaus genannt.

Gegen diese Vorwürfe wehrt sich nun die Geschäftsführerin der Hausverwaltungs GmbH Heindrich in Kassel, Birgit Klein. Sie vertritt die in Berlin lebenden Eigentümer. Das Gebäude sei in einem guten Zustand und in den vergangenen Jahren ständig renoviert und saniert worden, sagt Klein. 100.000 Euro wären in die Dach- und Fassadensanierung und die Modernisierung der Heizung geflossen. Für weitere 115.000 Euro lägen schon Angebote für die Erneuerung der Fenster und des Eingangsbereichs vor.

Auch über die Behauptung, das Mieter zu hohe Nebenkosten zahlen müssten, habe man sich geärgert, erklärt Birgit Klein. Der Durchschnittspreis liege seit fünf Jahren bei 2,75 Euro pro Quadratmeter, und da seien der Fahrstuhl und die Hausreinigung mit drin.

„Wettbewerbsverzerrung“

Der Kinderärztin habe man mehrere Angebote unterbreitet. Unter anderem auch mit der Option, die Fenster zu erneuern. Wenn jedoch die Stadt drei Euro für den Quadratmeter in Istha verlange, hätten private Vermieter keine Chance. Dies sei Wettbewerbsverzerrung. Noch dazu habe es ein privates Angebot an die Kinderarztpraxis gegeben, die Mietdifferenz zwischen dem städtischen Mietpreis und dem Preis der Eigentümergemeinschaft auszugleichen.

Ziel des Wolfhagers, der nicht genannt werden möchte, sei es gewesen, die Kinderarztpraxis in der Kernstadt zu halten. Leider ohne Erfolg, sagt Birgit Klein. Die Berliner bemühten sich nun, wieder Ärzte als neue Mieter in ihr Haus zu holen. Schließlich seien die übrigen Mieter mit der Anlage sehr zufrieden. An einen Verkauf des Gebäudes sei nicht gedacht. (ewa)

Quelle: HNA

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