Ärztestreik: Großes Chaos blieb in der Schwalm aus

Schwalm. Wer am Mittwoch in der Schwalm versucht hat, einen Hausarzt zu erreichen, der musste sich in den meisten Fällen mit einem Anrufbeantworter begnügen. Wegen des deutschlandweiten Aktionstages gegen die Reformpläne der Regierung im Gesundheitswesen, blieb der Großteil der Praxen geschlossen.

Bei eine Umfrage unter den Allgemeinmedizinern in der Region, die gestern die Stellung hielten, kam heraus: Das Chaos in den Wartezimmern blieb weitestgehend aus.

"Dieser Protest richtet sich nicht gegen die Patienten ...", tönt es vom Anrufbeantworter der Praxis von Annette Brinkmann-Schwalm in Neukirchen. Und die Stimme vom Band benennt dem Anrufer auch gleich die Schuldigen: "... eine Politik ... die eine wohnortnahe hausärztliche Versorgung gefährdet."

In Neukirchen, wie auch im übrigen Schwälmer Land, war der Aktionstag gut vorbereitet worden. Mindestens eine Hausarzt war - vor allem für Notfälle - in jeder der Kommunen erreichbar. In Ziegenhain, wo keiner der Hausärzte arbeitete, wurden die Patienten an die Bereitschaftszentrale der Asklepios-Klinik verwiesen.

An einigen Orten, wie etwa in der Gemeinschaftspraxis von Stephanie Herzig-Kurz und Hans-Wilhelm Kurz in Oberaula, hatten die Mediziner alle Hände voll zu tun. "Hier ist heute Einiges los. Das liegt auch daran, dass wir Mittwoch ohnehin nur halbtags arbeiten.", sagt Arzthelferin Ortrun Albert.

In der Treysaer Praxis von Dr. Winfried Haupt haben die Arzthelferinnen viele Anrufer auf andere Tage vertröstet, wenn es sich nicht um akute Fälle handelte. 74 Patienten, darunter zwei Notfälle, saßen dennoch allein am Vormittag im Wartezimmer. Kein Wunder: Für den Aktionstag war der Allgemeinmediziner auch für Gilserberg und Willingshausen zuständig.

Aus der Praxis Dr. Ralph Waletzki in Neukirchen hieß es, man versorge die Patienten ganz normal. Jeweils stundenweise übernahmen auch die Neukirchener Dr. Martin Fabritz und Dr. Anwar Syawash den den Notdienst. Dagmar Stuhldreher hielt sich in Schwarzenborn bereit.

Auf den Protest verzichtet hat das Ärztepaar Kortüm aus Rollshausen: "Wir sind so sehr auf dem Land, das können wir unseren Patienten nicht antun", sagt Dr. Christa-Maria -Kortüm. Es sei viel Arbeit aber insgesamt noch erträglich.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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