Notfälle nur zu den Sprechzeiten

Ärztezentrum: Verletzte 16-Jährige in Homberg weggeschickt

Schwalm-Eder. Im ehemaligen Homberger Krankenhaus bietet Asklepios seit Oktober ein Gesundheitszentrum mit Fachärzten und einer Unfallbereitschaft an. Doch als der 33-jährige Nikolaus Ried aus Freudenthal mit seiner verletzten Pflegetochter dort Hilfe suchte, wurden sie abgewiesen.

Von zwei Krankenschwestern wurde Ried in Homberg freundlich darauf hingewiesen, dass keine Sprechstunde sei. Ried: „Man hat mich auf die Krankenhäuser in Schwalmstadt oder Melsungen verwiesen.“ Verärgert fuhr er mit der 16-jährigen, die sich im Sportunterricht verletzt hatte, zum Heilig-Geist-Hospital nach Fritzlar. Es stellte sich heraus, dass das Mädchen eine Rippenprellung hatte.

In einer Anzeige hatte Nikolaus Ried gelesen, dass es am Gesundheitszentrum in Homberg unter der Woche täglich von 8 bis 18 Uhr eine Unfallbereitschaft geben sollte.

Seit der Schließung des Krankenhauses gebe es in Homberg keine 24-Stunden-Bereitschaft mehr, daran müsse man sich gewöhnen, erklärte Asklepios-Regionalgeschäftsführer Dr. Dirk Fellermann. Allerdings werde im Gesundheitszentrum eine Unfallbereitschaft angeboten.

Rechtlich gesehen müsse diese unter der Woche von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr gesichert sein. Allerdings seien die Ärzte nicht die ganze Zeit anwesend, sondern würden die Bereitschaft in Zusammenarbeit mit den umliegenden Krankenhäusern organisieren.

Fellermann: „Unser Gesundheitszentrum arbeitet mit den Kliniken in Schwalmstadt und Melsungen zusammen.“ Damit seien die gesetzlich vorgegeben Zeiten in jedem Fall abgedeckt. Während der Sprechzeiten des Zentrums könnten alle Notfälle dort hin kommen. Allerdings müssten die Patienten vorher anrufen und sich anmelden, dann erfahren sie auch ob ein Arzt Zeit habe.

Menschen in akuten Notlagen gehörten gleich in ein Krankenhaus, betont Fellermann. Er kündigte an, dass die irreführende Werbeanzeige abgeändert werden soll.

Positiv äußerte sich Fellermann zum Standort Homberg. Die Ärzte seien sehr zufrieden und auch gut ausgelastet. Allerdings seien die Nebenkosten für das Gebäude sehr hoch. „Deshalb denken wir natürlich über Alternativen nach.“ Ob weitere Mieter gewonnen werden, oder ob ein Umzug in ein günstigeres Gebäude in die Stadt anstehe, könne er aber noch nicht sagen. „Erst einmal bleiben wir im ehemaligen Krankenhaus“, erklärte Fellermann.

Quelle: HNA

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