Homberger stieß auf Hindernisse: Ärztliche Hilfe erst auf Umwegen

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Schwalm-Eder. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) für die medizinische Versorgung außerhalb der Hausarzt-Sprechstunden ist neu geregelt worden.

Das hat für Patienten teilweise lange Anfahrtswege und längere Wartezeiten in den Bereitschaftsdienst-Zentralen zur Folge.

Das musste ein Homberger jetzt schmerzhaft erfahren, der nach eigenen Angaben zunächst zwölf Minuten in der telefonischen Warteschleife hing und dann mit erheblichen Rückenbeschwerden zur ÄBD-Zentrale am Fritzlarer Hospital geschickt wurde.

Dort musste er sich in die Wartenden einreihen, obwohl er vor Schmerzen geweint habe, berichten der 69-Jährige und seine Frau, die ihn begleitet hatte. Eine Sprechstundenhilfe sei sehr unfreundlich gewesen, letztlich habe man sich selbst per Handy einen Krankenwagen gerufen, der den Mann in die Neurologische Akutklinik nach Bad Zwesten brachte. „Wir standen im Krankenhaus völlig ohne Hilfe“, so die Ehefrau.

Eine Wartezeit von zwölf Minuten bei einem Anruf in der Dispozentrale des ÄBD kann sich Petra Bendrich, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nicht erklären. Die meisten Gespräche würden innerhalb von maximal einer Minute angenommen. Der Anruf des Hombergers sei allerdings - aus nicht nachvollziehbaren Gründen - nicht dokumentiert worden, wie das sonst Standard ist.

Gravierende Beschwerden wie die des Hombergers seien bedauerliche Einzelfälle. Abgesehen davon seien die Erfahrungen mit der ÄBD-Zentrale in Fritzlar gut. An Samstagen würden dort durchschnittlich 60 bis 70 Patienten behandelt, an Sonntagen 45 bis 65. Erkannt habe man, dass die Wege im Bereich Fritzlar-Homberg sehr lang seien. Deshalb würden mehr Hausbesuche angeboten.

Von Heinz Rohde 

Quelle: HNA

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