Paviane im Tierpark Rose haben eine Familie gegründet – Baby kam Sonntag überraschend zur Welt

Tierpark Rose in Röhrenfurth: Ein affiger Macho wird Vater

Röhrenfurth. Die Paviane im Tierpark Rose in Röhrenfurth sind zur Familie geworden: Am Sonntag kam dort ein Junges zur Welt. In dem Gehege lebten bis dahin zwei Affenweibchen und ein Männchen.

Zärtlich sein ist menschlich. Aber auch Affen können menschlich sein. Eine Familie von Mantelpavianen im Röhrenfurther Tierpark Rose frühstückt gemeinsam Bananen. Mutter Pavian hält Tag und Nacht ihr Junges im Arm – auch beim Essen. Sie säugt es, liebkost es, kämmt mit den Fingern durch das schwarze Fell, während sich Vater Pavian drohend an die Gitterstäbe hängt, um die, die zu neugierig dreinblicken, zu verscheuchen.

Erst fünf Tage ist es her, dass Pavian Paule ziemlich affig durch sein Gehege lief: „Er war ein absoluter Macho“, sagt Tierparkbesitzer Dirk Rose. Jede Affendame hätte er bezirzt. Dann wurde er Vater – und kümmert sich seitdem liebevoll um sein Kind. Für Tierparkinhaber Dirk Rose kam die Geburt völlig überraschend: „Wir haben nicht geahnt, was da im Bauch der Mutter heranwächst.“ Denn die Paviane sind erst drei Jahre alt – und deshalb jung Eltern geworden.

Scheue Blicke: Das erste Familienfoto der Paviane im Tierpark Röhrenfurth zeigt die Mutter mit ihrem fünf Tage alten Kind auf dem Arm. Der Vater beobachtet jeden Schritt der beiden. Fotos: Schleichert

Irgendwann am Sonntagvormittag muss es passiert sein. Es war eine leise Geburt. Eine, die die Gäste des Tierparks erst bemerkten, als das Baby samt Nabelschnur auf dem Arm der Mutter saß.

„Es“, nennt Rose das schwarze Fellknäuel mit dem zerknautschten Gesicht, das sich in das Fell seiner Mutter klammert. Ob es Männchen oder Weibchen ist, wird sich noch herausstellen. „Bisher konnten wir noch nichts erkennen“, sagt Rose.

„Er war ein absoluter Macho. Jetzt ist er ein guter Vater.“

Der kleine Pavian stiehlt inzwischen den anderen jungen Bewohnern des Tierparks die Schau. Auch Meerschweine, Hasen und die Schafe haben in diesem Frühjahr Junge bekommen.

Eine winzige Ziege streunt durch den Park. Sie meckert mit leiser Stimme, ist so groß wie ein Schoßhund und trägt eine Hundeleine. Zu schwach war das Zieglein nach seiner Geburt vor elf Wochen. Es schläft nun im Katzenkorb der Roses, die ihm die Flasche gibt. Sein Zwillingsbruder, der mit Herde auf der Wiese grast, ist doppelt so groß. „Die Ziege braucht unsere Hilfe“, sagt Rose.

Das Pavianpärchen hingegen zieht sein Baby allein groß. „Die sind so liebevoll wie Menschen“, sagt der Tierparkinhaber, als er die kleine Familie beobachtet. Vielleicht, sagt er, sind sie uns doch ähnlicher als wir zugeben.

Quelle: HNA

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