Afghanistan-Einsatz von innen

Ex-Soldat Diel hat Buch geschrieben

Im Einsatz: Manfred Diel (links) mit dem damaligen Wehrbeauftragten der Bundeswehr, Reinhold Robbe (SPD) in Faizabad, Afghanistan.

Homberg/Neustadt. „Ich würde nochmal hingehen“, sagt Manfred Diel. Hin nach Afghanistan, wo der 51-Jährige im Jahr 2007 im Einsatz war. Allerdings, schränkt er ein, ist seine Familie da viel kritischer. Für sie sei die Trennung damals schwieriger gewesen als für ihn.

Diel war damals hauptsächlich in Termez, Usbekistan, tätig. Von dort aus organisierte er die Bargeldversorgung für die Soldaten am Hindukusch und war oft in Afghanistan unterwegs: Kundus, Mazar-i-Sharif, Faizabad. Nach seiner Rückkehr schrieb er die Erlebnisse für seine Familie nieder. Das hat Diel inzwischen zu einem Buch weiterentwickelt, das den Titel „E-Mail aus Afghanistan“ trägt.

In der Zeit, als Diel im Einsatz ist, gibt es ein folgenschweres Attentat mit drei toten deutschen Soldaten in Kundus, die Sicherheitslage verschärft sich. Erstmals sei damals in Deutschland von „Krieg“ gesprochen worden, erinnert sich Diel, der heute bei der Standortverwaltung in Homberg tätig ist. Sein Buch bezeichnet er als „Dialogerzählung“, es umfasst Gespräche und E-Mail-Verkehr. Die Geschichte, die Diel erzählt, dreht sich um die Sicherheitslage, um Tod und Verletzungen und um die Probleme der Familie. Die Schwierigkeit einer Fernbeziehung zwischen Afghanistan und Deutschland durchzieht das Buch.

Den Afghanistaneinsatz sieht Diel, der in Neustadt (Marburg-Biedenkopf) wohnt, kritisch. Anfangs habe man gar nicht überblicken können, was dabei herauskommen könne. Inzwischen sei von Plänen, im Land eine Demokratie zu installieren, längst keine Rede mehr.

Aus Erfahrungen lernen

Nun gelte es, aus den Erfahrungen zu lernen, findet Diel. Seine Bilanz: „Es ist kein sehr glücklicher Einsatz, aber er hat einen Lernprozess in Bewegung gesetzt.“

Das Buch: E-Mail aus Afghanistan.

Ein Problem sei, dass in Deutschland der Rückhalt für das Engagement der Soldaten fehle. Mit seinem Buch wolle er auf Probleme aufmerksam machen, etwa in den Familien der Betroffenen.

Als Zielgruppe für sein Buch sieht er „eigentlich die, die am wenigsten mit der Bundeswehr zu tun haben“.

Das Thema Afghanistan gelte im Buchhandel als sperrig. Dennoch, so glaubt Manfred Diel, gebe es sicherlich interessierte Leser für sein im Eigenverlag erschienenes Buch.

• Manfred Diel: E-Mail aus Afghanistan, 145 Seiten, Tränk-Verlag, 8,50 Euro. www.traenk-verlag.com

Quelle: HNA

Kommentare