Afrika: Fritzlarer Organisation Global Care startet Hilfeprojekt

Beate Tohmé (hinten von links) und Reinhard Berle von Global Care aus Fritzlar vor der Hütte eines Patenkindes. Neben der Vermittlung von Patenschaften hat Global Care ein Ausbildungszentrum 45 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Addis Abeba gebaut.

Fritzlar. Tiefe Betroffenheit lösen die Bilder von der Hungersnot am Horn von Afrika bei Beate Tohmé vom Kinderhilfswerk Global Care in Fritzlar aus. „Die Situation war schon vorher in diesen Ländern dramatisch.

Mit der Dürre wächst das Elend ins Unbeschreibliche.“ Zehn Millionen Menschen in Somalia, Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Eritrea sind von der Dürre betroffen. Die Hungerskrise ist im wesenlichen durch zwei aufeinander folgende fehlende Regenzeiten ausgelöst worden. Erschwerend kommen sinkende Viehbestände, Milchknappkeit und massiv gestiegene Lebensmittelpreise hinzu. Die Vereinten Nationen sprechen bereits jetzt von der schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt.

Die Fritzlarer Hilforganisation Global Care will helfen. 10.000 Euro stehen fürs Erste bereit, um vor Ort Nahrungsmittel für Menschen in den Flüchlingslagern zu kaufen, denn durch die Dürre und den Bürgerkrieg in Somalia sind viele Menschen nach Äthiopien und Kenia geflüchtet. „Menschenmassen haben sich in Bewegung gesetzt haben. Es gibt Bilder, die zeigen tote Kinder, die auf dem Weg ins Flüchtlingslager gestorben sind und von den Familie am Wegesrand zurückgelassen werden mussten“, sagt Beate Tohmé. Das Geld geht an zwei Flüchlingslager in Somali im Süden Äthiopiens. In beiden Lagern leben derzeit 15.000 Menschen. „Wir hoffen aber, dass durch Spendenaufrufe mehr Geld zusammenkommt“, sagt Tohmé.

Für Global Care war Beate Tohmé schon selbst in Äthiopien. Erst vor Ort sehe man aber wirklich, wie es den Menschen geht. „Die Armut überschattet alles. Die Menschen kämpfen jeden Tag.“ Ihr vierjähriges Patenkind Yihisake lebt mit seiner Großmutter in einer Wellblechhütte in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. „Das Dach, die Wände und die Tür bestehen aus Wellblech. Sie leben dort wie in einer Konservendose.“

Auch Kanister und Töpfe Neben Lebensmitteln sollen die Menschen in den Flüchtlingslagern auch Kanister, Kocher oder Töpfe bekommen. „Unsere äthiopische Partnerorganisation Ethiopia vor Ort wird dafür sorgen, dass das Geld auch dort ankommt, wo es hin soll.“ Anfang August wird Reinhard Berle, Vorsitzender von Global Care, nach Afrika fliegen und sich ein Bild von der schlimmen Lage machen. Ein Ende der Not sieht Beate Tohmé nicht. Solche Krisen hinterlassen Spuren. „Die politischen Bedingungen müssen sich ändern. Demokratie und Bildung sind die Schlüsselwörter für diese Länder, damit sich die Situation für die Menschen langfristig verbessert“, sagt Tohmé. (wag)

Quelle: HNA

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