Aktion Stunde der Wintervögel

Vögel zählen und gewinnen

In diesem Jahr im besonderen Blickpunkt: die Amsel. Ihr machte im vergangenen Jahr das Usutu-Virus extrem zu schaffen. Foto:  nh

Oberelsungen. Vom 4. bis 6. Januar findet zum dritten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen - im Garten, auf dem Balkon oder im Park - zu zählen und zu melden.

Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld. Im Vorjahr beteiligten sich trotz wenig winterlichen Wetters mehr als 57.000 Naturfreunde an der „Stunde der Wintervögel“.

Eine besondere Qualifikation außer der Freude und dem Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden eine naturkundliche Reise sowie zahlreiche Bücher und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen wird im Internet live zu verfolgen sein.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Aber wo genau kommen die Vögel vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betont Markus Dietrich von der NABU-Gruppe im Zierenberger Stadtteil Oberelsungen.

Geht es bei der Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai um die in Deutschland brütenden Arten, stehen im Januar jene Piepmätze im Blickpunkt, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren. Neben den sogenannten Standvögeln, die das ganze Jahr über in der Region bleiben, lassen sich zusätzlich Gastvögel beobachten, die im Winter aus noch kälteren Regionen im Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Bei Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern in riesiger Zahl auch so genannte Invasionsvögel wie Seidenschwanz, Erlenzeisig oder Bergfink auf.

Andererseits werden immer mehr traditionelle Zugvögel gemeldet, die sich offenbar wegen der milderen Winter den Zug in den Süden sparen. „Diese Beobachtung haben wir vereinzelt auch schon gemacht“, erläutert Dietrich. Der Mann vom NABU Oberelsungen weiter: „Die Mönchsgrasmücke zum Beispiel überwintert immer öfter bei uns, und selbst das Hausrotschwänzchen wird gelegentlich gesichtet.“

Besondere Aufmerksamkeit verdient dieses Mal die Amsel. Wird sie ihren dritten Platz in der Häufigkeit hinter Haussperling und Kohlmeise halten können? Bereits im Vorjahr machte sich in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg das sommerliche Amselsterben durch das tropische Usutu-Virus bemerkbar. Hochrechnungen zufolge fielen dem Virus rund 300.000 Amseln zum Opfer. (nom)

Quelle: HNA

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