Aktionsabend entführte ins Kino und Regionalmuseum

Prächtig kostümiert: von links Markus Werte, Michael Franz, Markus Willert und Oliver Reumann, alle Mitglieder der Mittelaltergruppe Habichtswalder Haufen.

Wolfhagen. Es ist die Magie des gerade gesehenen Films, die am Samstagabend rund 70 Kinobesucher auf ihrem Marsch vom Cinema ins Regionalmuseum Regen und Sturm vergessen lassen.

Er fühlt sich wohl in der Rolle des wohl berühmtesten Wolfhagers: Wolfgang Schiffner vom Regionalmuseum Wolfhager Land berichtete über das Leben Hans Stadens. Fotos: Hoffmann

Das ungemütliche Wetter nehmen sie gern in Kauf, stecken sie doch gedanklich noch mitten drin in der Geschichte des Kinohits „Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal“. In dem lässt Schauspielstar Ben Stiller bereits zum dritten Mal Museumsexponate lebendig werden, diesmal im British Museum in London, von wo aus er einen irrwitzigen Trip startet zu einer geradezu epischen Schatzsuche mit keinem geringeren Ziel, als die Magie zu retten.

Lebendige Museumsstücke, Schatzsuche, Magie? „Das gibt’s doch nur im Film“, sagt die achtjährige Tabea voller Überzeugung, als sie ihren Streifzug durchs Regionalmuseum startet. Doch da hat sie sich ganz gehörig getäuscht. Nicht nur der kleine Filmfan nämlich erobert die spannende Ausstellung, auch Ritter, Burgfräulein und Nachtwächter treiben hier ihr Unwesen - fast wie im Film. Während Tabea im ersten Stock der Zehntscheune ein Modell bestaunt, das die Stadt Wolfhagen um das Jahr 1600 zeigt, entführt eine Treppe weiter oben sogar Wolfhagens wohl bekanntester Bürger in längst vergangene Zeiten.

Begeistert von der Kinonacht in Cinema und Regionalmuseum: Ellen Thiele und die achtjährige Tabea Schwarz genossen das abwechslungsreiche Programm.

Hans Staden ist für einen Abend in die alte Heimat zurückgekehrt, berichtet über sein spannendes Leben und nimmt die begeisterten Besucher sogar mit in die kleine Schreibstube, in der er das noch heute bekannte Buch über seine Reisen nach Brasilien um die Mitte des 16. Jahrhunderts schrieb. „Es ist das älteste Buch über Brasilien in deutscher Sprache und bis heute sehr bekannt“, sagt Staden alias Wolfgang Schiffner.

Der ehrenamtliche Museumsmitarbeiter genießt es sichtlich, in die Rolle jenes Mannes zu schlüpfen, dessen Leben auch ihn über all die Jahre seines Museumsengagements begleitet hat. „Ja, das Buch gibt es heute immer noch - in schöner, neuer, moderner Sprache“, beantwortet er die Fragen der jüngsten Besucher, die es kaum fassen können, den Autor persönlich zu treffen. „Der muss aber ganz schön alt sein“, mutmaßt Lukas, während er fasziniert Schreibfeder und Tintenfässchen begutachtet, die auf dem hölzernen Pult stehen. Und wie fühlt man sich als Hans Staden? „Außerordentlich wohl“, sagt Schiffner. „Ich freue mich, dass wir so das Interesse wieder wecken können, vor allem bei den Kindern.“ Für die Zukunft wolle er sich überlegen, immer mal wieder Führungen im Stadenkostüm anzubieten, die Premiere schließlich sei ein voller Erfolg gewesen.

Von Sascha Hoffmann

Aktionsabend entführte ins Kino und Regionalmuseum

Quelle: HNA

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