Gleichgesinnte geben Halt

Aktionstag mit 24 Selbsthilfegruppen aus dem Landkreis im Borkener Bürgerhaus

Informativ und unterhaltsam: Die Diabetes-Selbsthilfe Nordhessen zeigte den Sketch „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ (oben links) mit von rechts Martin Heuckeroth, Ursula Schäfer und Chiara Cerri. Gitarrist und Sänger Thomas „Stolle“ Stolkmann (oben rechts unterhielt die Besucher des Aktionstages. Gudrun Vogel, Gabriele Müller und Karin Hinkelthein von der Lebenshilfe Fritzlar (unten links) stricken, häkeln und basteln für einen guten Zweck. Für Kinder gab es eine Mal-Aktion, hier mit von links Sam-Maximilian, Sara und Alicia Mateis sowie rechts Jonas Regehr mit seiner Mutter Gertje. Fotos: Zirzow

Borken. Gleiche Lebenslage, gleiche Krankheit, Behinderung oder Suchtproblematik, ähnliche soziale oder psychischen Probleme - das ist die Ausgangssituation für Menschen, die in Selbsthilfegruppen Rat und Hilfe suchen.

Beim 15. Aktionstag informierten im Borkener Bürgerhaus 24 Gruppen über ihre Arbeit und beantworteten Fragen der Besucher. Zusätzlich gab es drei Fachreferate zu den Themen „Betreuungs- und Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht“ (Natalie Wölk, Awo-Betreuungsverein), „Psychosomatik“ (Dr. Gabriele Fröhlich-Gildoff, Habichtswald-Klinik, Kassel) und „Künstlicher Gelenkersatz bei Hüft- und Kniearthrose“ (Dr. med. Jens Faulstich, Vitos Orthopädische Klinik Kassel). Vize-Landrat Winfried Becker betonte bei der Eröffnung, dass die Selbsthilfegruppen von großer Bedeutung für viele Menschen mit gleichen Problemen seien.

Sketch der Diabetiker 

Die Diabetes-Selbsthilfe Nordhessen zeigte in dem Sketch „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“, wie eine Patientin (Frau Pechvogel) hin und her gerissen ist zwischen den Empfehlungen ihres Hausarztes (Süßes vermeiden und nicht rauchen) und einer verkaufstüchtigen Apothekerin, die eine ganze Batterie hilfreicher Mittel im Angebot hat (Diabetiker-Vitamine, Diabetiker-Strümpfe, Diabetiker-Tee Diabetiker-Kontaktlinsen und Diabetiker-Parfum).

Hilfe findet Frau Pechvogel schließlich beim Diabetologen und in einer Selbsthilfegruppe. Klaus Seitz, Sprecher dieser Selbsthilfegruppe machte allerdings deutlich, dass dadurch ein Arztbesuch nicht ersetzt werden kann. Eine Selbsthilfegruppe könne unterstützende und flankierende Hilfe geben.

Selbsthilfegruppen bieten in vielen Bereichen Aufmerksamkeit, Halt und Unterstützung. Informationen: Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Schwalm-Eder-Kreis05681-9327211 oder kiss@psz-sen.de

Dass ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) - so wird eine der häufigsten Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen genannt - auch anders definiert werden kann, wurde am Stand dieser Selbsthilfegruppe deutlich. Hier wird nämlich ADHS als „apart, dynamisch, hip und sympathisch“ interpretiert, und es wurde aufgezeigt, wie Eltern, Jugendliche, Kinder und Erwachsene im Team eingebunden werden, um die Betroffenen zu unterstützen.

Eine andere Art der Unterstützung erhalten Betroffene von der Selbsthilfegruppe „Lebenshilfe geistig Behinderte, Fritzlar“. Mit dem Verkauf von selbst gestrickten Strümpfen und Socken, Bastel- und Näharbeiten werden Ausflüge und Urlaubsfahrten für Behinderte finanziert und unterstützt. Am Stand nebenan zeigte die Gruppe „Unsere besonderen Kinder, Homberg“, wie man zum Beispiel mit von dem Down-Syndrom Betroffenen umgeht und sie unterstützt.

Musik gab es auch, Gitarrist und Sänger Thomas „Stolle“ Stolkmann, der auch schon bei Klaus Lage mitspielte, unterhielt mit Oldies und Jazz.

Von Rainer Zirzow

Quelle: HNA

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