Aktuelles Urteil: Kommunen müssen jetzt für Fundtiere zahlen

+
Wurde in Altenhasungen aufgegriffen: Kater Zipfel mit Jutta Zyweck von der Tiernothilfe Breuna.

Wolfhager Land. Eine Kommune ist verpflichtet, Tierheimen und Tierschutzvereinen die Verpflegungskosten für gefundene Tiere zu ersetzen. Dies bestätigt jetzt ein aktuelles rechtskräftiges Urteil, an dem das Verwaltungsgericht Gießen und der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel beteiligt waren.

Hund und Katze ohne Herrchen oder Frauchen sind danach rechtlich nicht herrenlos - es handelt sich um Fundtiere. Bisher erhielten Einrichtungen wie die Tiernothilfe in Zierenberg von manchen Städten und Gemeinden lediglich eine Spende, oder blieben ganz auf den Verpflegungskosten sitzen. „Wir haben die Tiere natürlich trotzdem aufgenommen“, erklärt Jutta Zyweck von der Notstelle. Dennoch ärgere man sich immer wieder über die mangelnde Bereitschaft der Kommunen, für diese Leistung auch zu zahlen.

Lediglich mit der Stadt Wolfhagen gibt es eine Vereinbarung, nach der die Tiernothilfe eine jährliche Pauschale für die Aufnahme von Fundkatzen erhält.

Eine ähnliche Vereinbarung hat die Stadt Naumburg mit dem Tierheim in Bad Wildungen. Die Einrichtung erhält für die Aufnahme von Fundtieren einen jährlichen Pauschalbetrag. In Zierenberg beispielsweise zahlt die Stadt derzeit eine Spende, wenn sie ein Tier bei der Nothilfe abgibt. Auf Spendenbasis funktioniert auch die Zusammenarbeit der Gemeinde Breuna mit der Tiernothilfe. Für alle Zahlungen im Altkreis - egal ob Pauschale oder Spende - gab es bisher keine verbindlichen Verträge.

Dies soll sich nun ändern. Bei der nächsten Dienstversammlung der Bürgermeister im Altkreis will man über eine gemeinsame Lösung diskutieren. Möglicherweise könnte die über den Ordnungsbehördenbezirk Habichtswald abgewickelt werden. In den Rathäusern des Altkreises besteht jedoch nach dem Urteil kein Zweifel daran, dass in Sachen Fundtiere gehandelt werden muss.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare