Melsungen: Alexander Bernhardt wird am Montag 100 Jahre alt

100 Jahre und immer noch fit: Alexander Bernhardt feiert am Montag Geburtstag. Foto:  Müller-Neumann

Melsungen. Seine beiden Frauen hat Alexander Bernhardt überlebt, Kinder gibt es nicht. Trotzdem ist er nicht allein. Wenn er am Montag, 26. Dezember, seinen 100. Geburtstag im Melsunger Gasthaus Zur Krone feiert, werden Verwandte und Freunde ihn am Ehrentag begleiten.

Mit den Nachbarn ist er gut Freund, sie helfen, wenn es nötig sein sollte. An den Sonntagen geht er zum Essen zu Verwandten. Ansonsten kocht er sich selbst. „Immer für zwei Tage“, erzählt der alte Herr.

Nicht nur, dass er sich regelmäßig etwas kocht, er kauft selbst ein, kümmert sich um die mit zwei Häusern verbundenen Büroarbeiten und geht viel spazieren. Bis vor zwei, drei Jahren fuhr er noch mit dem Auto nach Kassel.

Ein geregeltes Leben, früh ins Bett gehen, so um 21 Uhr, es sei denn es gibt etwas besonders Interessantes im Fernsehen, und gegen 6 Uhr aufstehen, das ist für den Senior selbstverständlich. So hat er es schon immer gehalten.

„Ich habe nie geraucht und gesoffen und die gute Konstitution von meinen Eltern geerbt.“

Schon immer, das heißt: als Alex Bernhardt noch sein Kurzwarengeschäft hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der gelernte Kaufmann mit seinem Kurzwarenladen am Marktplatz eingerichtet. Wann er aufgehört hat, in seinem Laden selbst Knöpfe, Nähgarn und Reißverschlüsse zu verkaufen, weiß er gar nicht mehr, jedenfalls weit über das übliche Rentenalter hinaus. Es müsste Anfang der 80er-Jahre gewesen sein, als Annemarie Steffen das Geschäft übernahm. Seit kurzem befindet sich ein Blumenladen im Erdgeschoss.

45 Treppenstufen nach oben führt der Weg in Alex Bernhardts Wohnung. Mehrmals am Tag rauf und runter, das hält ihn fit. Stock oder gar Rollator? So etwas braucht er auch mit 100 Jahren noch nicht.

Geboren wurde Alexander Bernhardt am zweiten Weihnachtsfeiertag 1911, als jüngstes von sechs Kindern in der Flämmergasse 8 in Melsungen als Sohn eines kleinen Reichsbahnbeamten. Dass er nur wenige Schritte von seinem Elternhaus nun seinen runden Geburtstag feiert, heißt nicht, dass er nichts von der Welt gesehen hat. Im Krieg war er an der Westfront in Frankreich im Einsatz. Und sein Weg als Kriegsgefangener führte ihn in die USA.

Für viele Menschen gehört „Knöpfe-Alex“ zu Melsungen einfach dazu. Sie kennen den freundlichen Senior, und er kennt sie. Für die nächsten Jahre wünscht er sich, gesund zu bleiben. Gute Voraussetzungen hat er. „Ich habe nie geraucht und gesoffen und die gute Konstitution von meinen Eltern geerbt“, sagt er über sein langes Leben.

Quelle: HNA

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