Die Aktion „Junge Fahrer“ bereitete Jugendliche auf den Straßenverkehr vor

Alkohol geht gar nicht

Mutig: Katharina Zupfer (vorne), Tina Goldhardt und Charlotte Tollhopf (von links) stiegen beim Melsunger Aktionstag „Junge Fahrer“ per Leiter in den Überschlagssimulator. Foto: Becker

Melsungen. Die Mitarbeiter der Deutschen Verkehrswacht griffen beim Aktionstag „Junge Fahrer“ an der Melsunger Radko-Stöckl-Schule und Geschwister-Scholl-Schule zu spektakulären Mitteln.

Sie zeigten den Schülern, von denen die meisten gerade den Führerschein machen oder ihn schon haben, per Simulator, wie es ist, wenn sich das Fahrzeug überschlägt und die Insassen eingeklemmt sind.

Dieser Situation stellten sich auch Tina Goldhardt, Charlotte Tollhopf und Katharina Zupfer. Die Gymnasiastinnen saßen, oder vielmehr hingen in einem Kleinwagen, der aufs Dach gedreht war. Mit Schwung hatten die Mitarbeiter der Deutschen Verkehrswacht Herbert Klein und Manfred Pallagst zuvor das an einer Konstruktion befestigte Fahrzeug gedreht. Die Jugendlichen mussten sich aus der heiklen Situation befreien – was kopfüber hängend gar nicht so einfach war, wie die drei Mädchen schnell merkten.

Die Profis gaben Tipps und zeigten Handgriffe, die im Notfalle nützlich sein sollen. So lernten die Schülerinnen, sich auf sichere Art und Weise zu befreien und beim Ernstfall Verletzungen oder sogar Bewusstlosigkeit zu vermeiden.

Die 16-jährige Tina Goldhardt war überrascht, welcher Druck sich auf ihren Körper während des Überschlags auswirkt: „Ich habe die Schwerkräfte vorher ganz anders eingeschätzt“, sagte sie.

Nie betrunken Auto fahren

„Der Sicherheitsgurt ist Lebenshelfer Nummer Eins“, erklärte Manfred Pallagst den Schülern und verwies auf einen Unfallbericht aus der Presse. Die Veranstaltung sollte Fahrer und Nichtfahrer aufklären – und das auf spannende Weise, sagte Ferdinand Hagenbach von der Deutschen Verkehrswacht. Auf Landstraßen passierten laut Hagenbach die meisten Unfälle. Ziel von „Junge Fahrer“ sei es unter anderem, diese Zahl durch Aufklärung zu minimieren. In Fahrsimulatoren spürten die jungen Fahrer, wie rasch sie unter erschwerten Bedingungen die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren können: Zum Beispiel auf nasser Fahrbahn ode wenn Wild auf der Straße steht: „Da ist ein gutes Reaktionsvermögen gefragt“, sagt Hagenbach.

Zusätzlich simulierten Rauschbrillen eine Wahrnehmung, wie sie durch Alkoholzunahme hervorgerufen wird. So sollten Jugendliche und junge Erwachsene auf anschauliche Weise kennenlernen, wie massiv Alkohol die Fahrtüchtigkeit beeinflusst.

Von Lars Becker

Quelle: HNA

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