Kabarettist Bernd Gieseking ließ satirisch das ablaufende Jahr 2013 Revue passieren

Alle bekamen ihr Fett weg

Voller Einsatz in Oberaula: Bernd Gieseking blickte wieder satirisch auf das Jahr zurück. Foto: Haaß

Oberaula. Der satirische Jahresrückblick „Ab Dafür“ von Bernd Gieseking hat schon eine kleine Tradition im Hotel Zum Stern in Oberaula und sorgte auch am Sonntag wieder für einen ausverkauften Saal.

Auf Initiative des Vereins „Kunst und Dunst Schwalm-Knüll“ gastierte der bekannte Kabarettist, Theater- und Hörfunk-Autor wieder in der Knüllgemeinde.

Bereits zum 20. Mal zieht Gieseking mit seinem Programm „Ab dafür“ Bilanz, kommentiert und protokollierte das abgelaufene Jahr mit satirischer Schärfe und Blick für Außergewöhnliches.

„Ich bin gefragt worden, ob ich jetzt aufhöre, wo die FDP draußen sei. Mehr könne ich doch nicht erreichen. Stimmt. Aber solange Tebartz und Hoeneß noch ihr Unwesen treiben, solange Drohnen drohen und die NSA weiter in der Leitung lauert - da mache ich weiter“, beruhigte der Satiriker seine Zuhörer.

Wie ein alter Bekannter betrat Gieseking die Bühne und fesselte knapp zwei Stunden lang sein Publikum mit seinem Programm. Mit kurzem Blick in sein Manuskript und vollem Körpereinsatz zeigte der bekennende Handballfan, wie absurd die Welt im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen doch manchmal ist: „Volkszählung 2012. Nur Bielefeld konnte einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen, Bielefeld – bis vor kurzem wusste man nicht einmal, das es diese Stadt gibt!“

Das Motto „2013 – Jahr der Trennung“, zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. „Rösler - ohne Partei, Westerwelle - ohne Amt, FDP - ohne Bundestag, Wowereit - ohne Flughafen“ bilanzierte der Kabarettist scharfzüngig.

Bayern als Lieblingsfeind

Vom neuen Papst, „weiß eigentlich auch die NSA, was der so sagt“, über die FDP, „Schnupfen, Kerner und die FDP - vorbei“, bis hin zu seinem erklärtem Lieblingsfeindbild, den Bayern – „wir lassen uns von einem alkoholisierten Bergvolk tyrannisieren“ – bekamen alle ihr Fett weg.

Natürlich ließ es sich Gieseking nicht nehmen, den einen oder anderen satirischen Hieb in Richtung Hessen auszuteilen.

„Der umweltfreundlichste Flughafen der Welt – Kassel, keiner fliegt“, fiel sein Urteil recht eindeutig zum nordhessischen Prestigeobjekt aus, und er hatte die Lacher auf seiner Seite.

Zwischen Finnlandurlaub und dem Deutschland-Sammelalbum einer bekannten Lebensmittelkette blieb noch Zeit in einem Telefongespräch mit Joachim, dem Mann von Mutti Merkel, die Bundestagswahl zu analysieren und ein Zwiegespräch mit dem „Boss von Allem“ über die NSA-Affaire zu führen.

Wie im Fluge verging die Zeit, und das begeisterte Publikum dankte dem Künstler mit lang anhaltendem Applaus. Gieseking hat zwar keinen Koffer in Oberaula, aber die Knüllgemeinde kann sich schon jetzt auf den Jahresrückblick 2014 freuen. Und als Wiedergutmachung für einen kleinen Fauxpas versprach Bernd Gieseking, im nächsten Jahr ein Gedicht über Oberaula vorzutragen.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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