Eineinhalb Jahre dauerte die Sanierung des Jobcenters in Ziegenhain – Gestern wurde Einweihung gefeiert

Alle Vermittler unter einem Dach

Bei der Feierstunde: Frank-Martin Neupärtl, Uwe Kemper, Doris Wudtke (Architektin), Hans-Gerhard Gatzweiler und Heinrich Gringel (von links). Foto: Rose

Schwalmstadt. Eineinhalb Jahre lang wurde das Jobcenter am Wallgraben in Ziegenhain saniert: 210 000 Euro finanzierte die Agentur für Arbeit, 260 000 Euro investierte der Kreis in die Renovierung des Gebäudes. Gestern trafen sich Mitarbeiter sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft zur Einweihung.

Auf zusätzlichen 200 Quadratmetern entstanden Büroräume, der Eingangsbereich wurde neu gestaltet, der Zugang behindertengerecht umgebaut, das Haus zusätzlich energetisch saniert. „Wir sind froh, dass Vermittlung und Leistungsvergabe unter einem Dach sind“, sagte Geschäftsführer Hans-Gerhard Gatzweiler.

Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach, erklärte, dass die Sanierung für noch effektivere Arbeitsabläufe sorge: „Der Klient soll sich ernst genommen fühlen.“ Nur wer gut qualifiziert sei, könne erfolgreich integriert werden. Die Bilanz des Jobcenters sei erfreulich: Im April 2006 habe es noch 10 373 Langzeitarbeitslose gegeben, im April 2013 seien es nur noch 6208 gewesen.

Landrat Frank-Martin Neupärtl lobte die Arbeit der Mitarbeiter. Bei aller Freude gebe es aber auch negative Seiten: Die Kritik richte sich gegen den Bund und die Bundesregierung. 2006 hätte der Zuschuss für die Jobcenter noch 7,9 Millionen Euro betragen. Heute belaufe sich der Zuschuss auf gerade einmal 2,74 Millionen Euro. „Das führte dazu, dass 38 Arbeitsplätze abgebaut werden mussten“, erklärte Neupärtl. Um Qualität in der Vermittlung und Beratung gewährleisten zu können, sei mehr Geld nötig.

Der Präsident der Handwerkskammer Kassel Heinrich Gringel (Schwalmstadt) sagte, dass Langzeitarbeitslose im Handwerk gut aufgenommen werden könnten. „Die Betriebe nehmen sich Zeit, um die Mitarbeiter ordentlich einzuarbeiten.“ Nach wie vor müsse es Ziel sein, Menschen, die lange erwerbslos sind, auf dem ersten Arbeitsmarkt unter zu bringen. Schon im Übergang vom Kindergarten in die Schule solle man Kindern das „soziale Rüstzeug“ mitgeben, um für alle dieselben Voraussetzungen zu schaffen: „Zu ausbildungsfähigen jungen Menschen gehören auch alte Werte wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit“, sagte Gringel. Für gute Arbeit müsse gutes Geld bezahlt werden. „Sonst wandern die Fachkräfte ins Ausland ab.“ Eine gute Ausbildung lege stets den Grundstein. „Politik und Wirtschaft sollten sich Gedanken über Hilfestellungen machen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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