Alle vertrauten dem Wirt: 35.000 Euro Spargeld weg

Melsungen. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen einen Gastwirt aus dem Melsunger Stadtgebiet, der insgesamt 35.000 Euro von einer Sparfach-Gemeinschaft in seinem Lokal veruntreut haben soll. Es gebe etwa 60 Geschädigte, sagte Polizeisprecher Reinhard Giesa auf HNA-Anfrage.

Nach seinen Angaben hatten die jährlichen Spar-Erträge der Kneipengäste wie immer am Jahresende ausgezahlt werden sollen. Dies habe der Wirt verschoben und dann auch einen erneuten Termin platzen lassen – mit dem Eingeständnis, es sei kein Geld da. Daraufhin habe einer der Stammgäste Anzeige erstattet.

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Seit Dezember ist das Lokal – angeblich wegen Urlaubs – geschlossen; die angekündigte Wiedereröffnung in der vergangenen Woche hielt der Gastronom nicht ein. Im Januar ist er laut Polizeisprecher Giesa zu den Vorwürfen vernommen worden: „Dabei wurde der Verdacht der Untreue nicht ausgeräumt, sondern eher erhärtet.“ Der Wirt habe angekündigt, sich künftig nur noch über seinen Anwalt zu äußern.

Nun versuchen die Ermittler, in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Kontobewegungen nachzuvollziehen, um zu klären, wo die 35.000 Euro geblieben sind. Der Wirt habe das Geld nämlich mit alleiniger Kontovollmacht für seine Gäste verwaltet und die Ein- und Auszahlungen bei einem Geldinstitut organisiert. „Das ist schon ein sehr großer Vertrauensvorschuss“, kommentierte der Polizeisprecher. Nach Angaben von Stammgästen habe es allerdings viele Jahre lang keine Unregelmäßigkeiten gegeben. Auch mehrere der Kneipen-Sparer seien inzwischen von der Polizei gehört worden.

Laut Zeugenaussagen soll der Gastwirt jeden Monat Bank-Einzahlungsbelege über die jeweiligen Sparsummen in den Fächern vorgezeigt haben. Offensichtlich schöpfte niemand Verdacht in die Richtung, dass der Wirt andererseits auch als Einziger berechtigt zum Geldabheben war.

Quelle: HNA

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