Horst Faust prägte 25 Jahre die Geschicke der Brandschützer in Willingshausen

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Mit Leib und Seele Feuerwehrmann: Aus Altersgründen ist Horst Faust (63) nicht mehr der Gemeindebrandinspektor in Willingshausen. Seit 1968 ist er bei der Feuerwehr aktiv. Foto: Haaß

Wasenberg. Ein Feuerwehrurgestein sagt Ade: Horst Faust ist nicht mehr Gemeindebrandinspektor in Willingshausen. Der 63-Jährige prägte dort 25 Jahre lang, zunächst als stellvertretender Gemeindebrandinspektor und dann als Gemeindebrandinspektor, die Geschicke der Feuerwehr.

Er wäre gerne noch etwas länger im Amt geblieben, aber das Hessische Brand- und Katastrophenschutzgesetz ließ eine Verlängerung der Dienstzeit über das 65. Lebensjahr hinaus nicht mehr zu. „Unser Bürgermeister hat sogar in Wiesbaden im Ministerium nachgefragt, aber da war nichts zu machen,“ erzählt Horst Faust mit einem Schmunzeln.

1968 begann er seine Feuerwehrkarriere in der Feuerwehr Rommershausen. „Dort habe ich quasi das Laufen gelernt. Wir sind damals noch mit schwarzen Helmen und Baumwollkombi in den Einsatz gegangen und die Feuerwehr im Allgemeinen war noch richtig militärisch organisiert,“ erzählt Faust aus seine Anfangszeit.

Die Liebe zog ihn dann Mitte der 1970 Jahre nach Wasenberg. „Meine Frau habe ich bei der Feuerwehr kennengelernt. Heute sind wir eine richtige Feuerwehrfamilie. Meine Frau, meine beiden Söhne und meine Schwiegertochter sind alle aktiv in der Wasenberger Einsatzabteilung,“ erzählt der ehemalige Gemeindebrandinspektor mit Stolz. Ohne den Rückhalt in der Familie wäre meine Feuerwehrlaufbahn anders verlaufen, ist sich Faust sicher.

In Lauf seiner Dienstzeit hatte Horst Faust viele Ämter und Funktionen inne. Er war lange Jahre Jugendwart und Wehrführer in seiner Heimatfeuerwehr Wasenberg. Darüber hinaus engagierte er sich überörtlich als Kreisausbilder und Mitglied der „Technischen Einsatzleitung“ (TEL) des Schwalm-Eder-Kreises.

Als Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Willingshausen war Faust maßgeblich an der stetigen Modernisierung und Professionalisierung der örtlichen Feuerwehren beteiligt. In seine Amtszeit fallen unter anderem der Neubau des Wasenberger Feuerwehrhauses und zahlreiche Fahrzeugbeschaffungen, wie zum Beispiel der Gerätewagen Logistik. Auch die bei dem Brand in Merzhausen im vergangenen Jahr erstmals erfolgreich eingesetzte Wärmebildkamera wurde durch den 63-Jährigen in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde beschafft.

Während seiner vielen Dienstjahre als Feuerwehrführungskraft hat Faust einiges erlebt – Tragisches und Kurioses. Schmunzeln muss er immer noch über den Fallschirmjäger, der im Baum hing und von der Feuerwehr mithilfe einer Leiter gerettet wurde.

Unvergesslich auch der Großbrand auf dem Hof Kaltschnee 1999 mitten zur Kirmes in Wasenberg: „Wir saßen gerade auf dem Balkon und wollten einen Kirmesschoppen trinken, da ging plötzlich die Sirene. Am Ende konnten wir trotz der engen Bauweise im Ortskern das Schlimmste verhindern“, erinnert sich der ehemalige Gemeindebrandinspektor.

Noch hat der Wasenberger den Helm nicht endgültig an den Nagel gehängt, zu sehr hat ihn das Feurwehrvirus infiziert. „Feuerwehr hat mich ein Leben lang begleitet, erst mit 65 Jahren ist Schluss,“ sagt Horst Faust mit Bestimmtheit. Bis dahin engagiert sie der Wasenberger weiterhin in seiner Heimatfeuerwehr und als Helfer vor Ort (HvO) für die Sicherheit seiner Mitmenschen. 

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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