Alles neu im Meydeweg

Bücherei, Institut und Müttergenesungswerk jetzt im ehemaligen Rentamt Fritzlar

+
Offene Tür: Hilmar Liese vom Kirchenvorstand (vorne) und Dekan Dr. Helmut Umbach sind stolz auf das Haus Meydeweg 1, in dem sich jetzt unter anderem die Gemeindebücherei befindet.

Fritzlar. Verkaufen, kaufen, mieten, umziehen – die evangelische Kirchengemeinde Fritzlar hat seit vergangenem Sommer in Sachen Immobilien viel unternommen. Das Herz der Gemeinde schlägt jetzt in und um den Domplatz.

Besonders viel hat sich im Haus Meydeweg 1 verändert, das mit dem Dekanatsgebäude am Domplatz verbunden ist. Bis vergangenes Jahr war dort das Rentamt, die kirchliche Verwaltung, untergebracht. Nun wurde es mit dem Homberger Amt fusioniert, eine Vorstufe der Vereinigung beider Kirchenkreise.

Räume standen leer

So standen in Fritzlar Räume leer. Die Gemeinde kaufte das Haus vom Kirchenkreis. Nun hat dort die Gemeindebücherei ihren Sitz gefunden. Diese Bildungsarbeit sei besonders wichtig, sagt Kirchenvorstands-Vorsitzender Hilmar Liese. Er wies darauf hin, dass die Bücherei auch in den evangelischen Kindertagesstätten Bücher verleiht.

Ein neues Domizil hat die Beratungsstelle des Müttergenesungswerks im Meydeweg gefunden. Dort berät Petra Nürnberger-Hommel Frauen über Möglichkeiten, an einer Kur teilzunehmen. Auch das Gemeindebüro ist im Haus.

Mieter im Meydeweg 1 wird das Theologisch-Pädagogische Institut (PTI) der Landeskirche, das in Fritzlar eine Außenstelle betreiben wird. Diese war zuvor in Korbach, doch inzwischen ist das Schulamt für Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg in Fritzlar. Und das ist wichtig, denn das PTI ist für die Ausbildung von Religionslehrern zuständig. Studienleiter Karsten Müller wird stundenweise in der Domstadt arbeiten, Fortbildungen anbieten und Ansprechpartner für den Religions- und den Konfirmandenunterricht sein. „Ein zeitgemäßer Religionsunterricht kann die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen nicht ausblenden“, sagt er.

„Es ist ein Haus der Bildung geworden.“

Diese Angebote bringen Dekan Dr. Helmut Umbach zu der Aussage: „Es ist ein Haus der Bildung geworden.“

Auf dem Weg dahin musste sich die Kirchengemeinde auch von Immobilien trennen, unter anderem vom Pfarrhaus und vom Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Nordfeld. Dort wird die Hilfsorganisation Global Care einziehen.

Hintergrund sind neue Regeln der Landeskirche, in welchem Umfang die Gemeinden Räumlichkeiten vorhalten sollen. Fritzlar hatte zu viele. Es sei ein „Verkauf mit Tränen in den Augen“ gewesen, sagt Liese, aber eben notwendig.

Verkauft wurde auch das Haus Domplatz 12 direkt neben dem Dekanat, ein dreigeschossiges Haus mit Wohnungen. Die Arbeit für die Vermietung sei mit viel Aufwand verbunden gewesen, sagt Liese.

Eine Konzentration auf Bildung und Gemeinde sei das Ergebnis, sagt der Dekan, und das mitten in der Stadt.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Kommentare